mit Milch und Zucker

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00:00:00: Speaker: Mein Name ist Doro Blancke Ich bin die Geschäftsführerin von der Flüchtlingshilfe Refugee Assistance Doro Blancke Und wir sind jetzt im sechsten Jahr an den Außengrenzen auf Lesbos. Wir brauchen euch dringend. Wir sind euch sehr dankbar, wenn ihr mit Spenden unsere Arbeit unterstützt. Denn die Lage in Griechenland wird jeden Tag schlimmer. Die Leute stehen hier obdachlos, müssen sieben Tage nach ihrem Asyl zugesagten das Camp verlassen. Viele Frauen aus dem Sudan mit kleinen Kindern. Wir verteilen Lebensmittelpakete, Rechtsberatung finanzieren wir. Wir mieten Wohnungen an für die Menschen, geben Sprachunterricht. Also bitte. Wir würden euch sehr, sehr herzlich bitten, uns zu unterstützen, denn wir können es auf unserer Homepage schauen, was wir alles machen. Herzlichen Dank dafür! Do you remember things we have done together talk about being so free. Willkommen bei Mit Milch und Zucker. Wo wir mit Menschen Kaffee trinken. Damit ihr sie kennenlernen könnt. Willkommen zurück bei Mit Milch und Zucker. Neue Woche. Neue Folge. Mein Name ist Christiane und im Zoomfenster über mir ist wie immer die Brenda. Hallo. Hallo. Im Suchfenster unter uns ein altbekannter Gast. Er war schon öfter mal bei uns. Hallo, Niko Alm. Ja. Guten Tag. Guten Tag. Wir freuen uns, dass du auch heuer wieder das Jahr mit uns einläutet. Also, ich sage mal kurz dazu, Wir nehmen das auf im Dezember zwei tausend fünf und zwanzig. Was bis zum Ausspieldatum passiert, dafür können wir nichts. Es tut uns sehr leid, falls wir auf irgendwelche Großereignisse nicht eingehen. Wir haben heute siebzehn Uhr zwei und zwanzig fünf und zwanzig. Alles, was bisher passiert ist, werden wir vielleicht ein bisschen anschneiden, aber mehr auch nicht. Du bist heute schon zum fünften Mal bei uns zu Gast. Ich stelle dich aber trotzdem noch ganz, ganz kurz vor, damit die Leute trotzdem wissen, wer du bist und was du machst. Du warst zum Beispiel Geschäftsführer bei der investigativen Rechercheplattform Addendum. Dann bist du auch Autor, hast zum Beispiel das Buch Ohne Bekenntnis geschrieben. Über das Buch haben wir in unserem Podcast zwei tausend zwanzig mit dir geredet. Das werden wir unten verlinken, falls sich das jemand anhören möchte. Du warst außerdem einmal Abgeordneter zum Nationalrat und bist Aktivist für Laizität. Also bei einer Initiative gegen Kirchenprivilegien bist außerdem Kous des Materie Podcast und wie gesagt Stammgast bei Mit Milch und Zucker. Und damit haben wir, glaube ich, die wichtigsten Dinge in deinem Leben. Ja, die allerwichtigsten, ja allerwichtigsten. Gut erwischt eigentlich. Ja, und damit kommen wir zum Thema und das erklärt heute die Brände. Also, du warst ja zwei tausend fünf und zwanzig unser erster Gast deswegen. Das ist eine gute Tradition. Die behalten wir gleich bei und haben uns das Thema überlegt. Österreich zwei tausend sechs und zwanzig Ein Blick in die Glaskugel mit Niko Alm Weil das Spiel ein bisschen an Ich weiß nicht, ob du dich noch erinnern kannst. Wir hatten Letztes Jahr hatten wir ein großes Thema, nämlich die Esoterikmesse usw. Glaskugel ist eine gute Referenz. Finde ich großartig. Ja, tatsächlich. Ich kann mich noch erinnern an die Esoterikmesse und auch an den Voraussagen die Vorausschau zwei tausend fünf und zwanzig. Ja, ja, als wir letztes Jahr gesprochen haben, war gerade im Raum, dass wir einen Bundeskanzler Kickl bekommen. Es gab Debatten über Regierungsbildungsaufträge und wäre dann zu bekommen. Hat dann, wer überhaupt kriegt und kriegen soll. Großes Thema waren, was Usancen von irgendwem sind und es kam alles anders. Wir haben einen neuen ÖVP Bundeskanzler und eine Koalition ohne FPÖ Beteiligung. Und heute wollen wir mit dir darüber sprechen, was zwei tausend fünf und zwanzig Positives und Negatives und Unerwartetes gebracht hat. Und gemeinsam wollen wir auch nach vorne schauen. Welche Entwicklungen siehst du für Österreich zwei tausend sechs und zwanzig? Wo erwartest du Veränderung, Herausforderungen und wo vielleicht überraschende Wendungen. Wir wollen aber auch mit dir darüber sprechen, ob die Medienlandschaft zwei tausend sechs und zwanzig bessere Aussichten hat, oder? Und wo es aus deiner Sicht ein Umdenken braucht. Und natürlich wollen wir jetzt mehrere Dinge wissen. Hast du dir inzwischen auch eine Fotografie beigebracht? Nein, das war ein Vorsatz Anfang letzten Jahres, dass ich Aurafotografie lerne, weil ich ja darin ein gutes Geschäftsmodell gesehen hätte. Aurafotografie sind ja sehr teuer, aber ich habe nichts dazu gelernt und war auch nicht bei der Esoterikmesse dieses Jahr. Das wäre die nächste Frage gewesen, Was? Ob du etwas gekauft hast. Dort? Nein. Dann. Und dann? Das werden wir diesmal gleich beantworten. Dass wir das nicht wieder irgendwie auf der Strecke liegen bleibt. Konntest du mit dem Bürgermeister Ludwig eine Lösung finden für ganzjährig geöffnete Trinkbrunnen? Leider nein. Ich habe das Gefühl, dass die Trinkbrunnen ein bisschen länger geöffnet waren dieses Jahr. Aber vielleicht trügt mich meine Wahrnehmung. Ich habe das nie nachrecherchiert. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Trinkbrunnen so nach Stichtag geöffnet und geschlossen werden. Aber ich kann sein, dass ich aufgrund der Erderwärmung die Stichtage ein bisschen geändert haben. Jedenfalls, es friert ja auch deutlich weniger. Also die Trinkbrunnen kaum noch Thema und wir werden zwei tausend sechs und zwanzig schauen, wie es läuft. Und dann zwei tausend sieben und zwanzig, wenn es nicht besser ist, machen wir eine Petition oder dann machen wir endlich die Petition. Ja, genau, genau. Aber jetzt fangen wir mal an mit unserem ersten Podcast zwei tausend sechs und zwanzig mit den Questions to go und du hast brandneue Questions to go bekommen. Und die Christiane hat aber wie immer die erste. Bist du bereit? Ich bin bereit. Meer oder Berge? Boah, Berge. Mehr weiß ich nicht. Beides. Fjorde, Frühaufsteher oder Nachtmensch? Nachtmensch. Wenn du einen Feiertag erfinden könntest, wofür wäre er? Puh. Das müsste etwas Universalistisches sein. Irgendwas Vielleicht Die. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Aber das wäre nicht erfunden. Das gibt es ja schon. Wenn es in Österreich wäre, da der Tag, in dem Laizität in die Verfassung kommt. Eine ordentliche Trennung von Republik und Religion. Da bin ich ganz eigennützig. Welcher Ort hat dich überrascht? Die Färöer Inseln. Was nimmst du immer mit? Auch wenn du es nicht brauchst. Taschentücher? Stimmt wahrscheinlich nicht. Ich. Meine Hosentaschen werden immer leerer. Ich nehme keine Ausweise mehr mit. Kein Bargeld. Augentropfen habe ich in letzter Zeit immer eingesteckt und brauche sie nicht. Was darf bei dir im Kühlschrank nie fehlen? Hafermilch. Wenn du heute spontan etwas umbenennen müsstest, was würdest du umbenennen? Und wie? Ich möchte epochale Dinge umbenennen. Ich würde Nordmazedonien in Mazedonien umbenennen, weil es eine Frechheit ist, dass es Nordmazedonien heißt. Danke sagen möchte ich wie immer allen möglichen Menschen, aber ich will niemanden einzeln herausgreifen. Keine einzige Person. Also behalte ich meinen Dank für persönliche Kommunikation. Und wie trinkst du deinen Kaffee zwei tausend sechs und zwanzig? Noch immer viel zu schnell und viel zu oft. Perfekt Questions to go gemeistert. Fangen wir gleich mal an, um aufs Jahr zurückzublicken. Was ist oder war denn der beste Kaffee, den du dieses Jahr getrunken hast? Und gibt es dann noch Kaffees, auf die du dich dieses Jahr vor ist? Ja, wahrscheinlich freue ich mich auf viele Cafes mit vielen Menschen, die ich viel zu selten sehe. Das auf jeden Fall. Wie die dann schmecken, ist dann wiederum auch ein bisschen egal. Da geht es ja mehr ums Kaffeetrinken als ums Gourmet Ereignis. In diesem Fall Welche Kaffees letztes Jahr waren gut? Ich war sehr wenig unterwegs. Eigentlich ein Kaffee, der. Ich habe ein einschneidendes Kaffee Erlebnis gehabt, allerdings am Strand von Jurmala in Lettland. Da habe ich für zwei doppelte Espressis, sagt man. Aber man darf auch Espresso sagen, sechzehn Euro gezahlt. Und das fand ich ein bisschen frech. Aber ich weiß bis heute nicht, ob sich der gute Mann verrechnet hat oder nicht. Aber ich glaube, er hat einfach mal vier gerechnet anstatt mal zwei. Naja, das war vielleicht nicht der beste Kaffee, aber es war der markanteste. Und wie ist Kaffee in Lettland so? Kaffee in Lettland ist total okay, weil wir haben ja mittlerweile eine globale Kaffeekultur. Und es gibt, glaube ich, an jedem Ort der Welt gute Barista. Beziehungsweise das Know how, wie man guten Kaffee macht und die Unterscheidungsfähigkeit, was ein guter und ein schlechter Kaffee ist also da. Ich glaube, man kann. Man kann das echt ziemlich globalisieren. Das stimmt. Die Italiener, glaube ich, jammern eh, dass sie das jetzt nicht mehr, dass das Cafe Land der Welt sind, sondern das ist jetzt viel größer geworden ist. Aber wie wir letztes Jahr gesprochen haben, ist dann ja viel passiert, nämlich im politischen Bereich, wo du, glaube ich, auch sehr viel beschäftigt warst damit. Und ich nehme mal an, in Koalitionsverhandlungen wird auch gar nicht zu wenig Kaffee getrunken. Und wie siehst du jetzt rückblickend die Zeit, so wie wir aufgenommen haben, war wirklich gerade so ein Thema, dass wir ÖVP FPÖ Regierung bekommen unter Bundeskanzler Kickl. Das ist ja bekanntlich und sind wir froh als anders gekommen. Wie war für dich die Zeit? Was? Wie würdest du von heute betrachten? So der der Weg weg vom Bundeskanzler Kickl zu Wo wir heute stehen. Der Zeitraum war wirklich ziemlich aufreibend. Ich kann mich gut erinnern und im Rückblick wirkt ja alles ein bisschen verklärt, verschleiert, aber gleichzeitig auch unverständlich. Also was in der damaligen Situation Anfang Jänner war es irgendwie klar, dass diese Verhandlungen der drei Parteien, die dann später koaliert haben, dann doch irgendwie zerbrochen sind. Das gilt natürlich ganz rational aus heutiger Sicht auch gleichzeitig. Aus heutiger Sicht denkt sich jeder Na ja, das war vielleicht ein bisschen unnötig, vielleicht war es gar nicht so unnötig, vielleicht war dieser, dieser Umweg, Hatte der Umweg auch einen etwas Gutes, will das jetzt gar nicht herausarbeiten, aber ich denke, es ist verständlich, dass so ein so ein kleines Abklären, was auch nicht in Frage kommt und diese Doch dieses Errichten dieser Feuermauer ging gegenüber der FPÖ und Kickl dann doch auch ein Statement in gewisser Weise war. Das war und es ist ja kein Geheimnis, dass ich für und bei Neos arbeite und auch sehr nahe an diesen Koalitionsverhandlungen dran war, vergleichsweise aber nicht Teil der Verhandlungen. Ich habe hier nichts mitverhandelt, habe aber doch sehr, sehr deutlich mitbekommen, wie das Ganze abläuft. Und im zweiten Durchgang war es relativ klar, dass das funktionieren muss und funktionieren wird. Und das ist ja dann sehr, sehr schnell und sehr pragmatisch zu einem Abschluss gebracht worden. Und das war auch eine große Erleichterung für mich persönlich eigentlich also, nämlich als Bürger ja gar nicht als gar nicht als als jemand, der Teil dieser Bewegung Parteiorganisation ist, sondern sondern wirklich. Es war ein richtig angenehmes Gefühl, dass man jetzt nicht mehr. Dass ich nicht mit einer blau schwarzen Regierung leben muss, auch wenn ich davor keine persönlich, keine große Angst habe. Das sage ich natürlich auch aus einer Position heraus, aus der ich wahrscheinlich sehr viel leichter habe als andere Leute in diesem Land. Deswegen tue ich mir leicht beim Reden. Aber das ändert ja nichts daran, dass für mich die die Einschränkungen oder die die Unbilden nicht ganz so groß gewesen wäre. Aber trotzdem habe ich mir gedacht, bin. Bin eigentlich sehr froh, dass das vermieden wurde. Gleichzeitig und davon tatsächlich unabhängig. Also so weit kann ich mich noch erinnern, dass ich das auch wirklich getrennt getrennt habe. Meine persönliche Gefühlslage von von meiner beruflichen und auch professionellen Sichtweise. Es ist natürlich dann auch in meinem Job deutlich anders und spannender geworden, weil nach dem Einstellen, also nach meiner Einstellung bzw Rolle und der Rolle der Partei, dass wir dann sozusagen wieder in Opposition sind und unsere Organisation, obwohl wir sie unabhängig davon strukturell aufgebaut haben, aber inhaltlich natürlich in die Richtung ausgerichtet haben, hat sich dann doch ziemlich geändert. Also die Organisationsform ist dann sozusagen beibehalten worden, aber inhaltlich ist es dann doch in eine deutlich andere Richtung gegangen und das war schon eine ziemlich aufreibende Zeit bis Anfang März, als blauschwarz verhandelt wurde und dann eine ziemlich turbulent. Klingt so, weil in Wirklichkeit ist das über Monate gestreckt. Aber für eine Organisation eigentlich dieser Größe, was schon eine sehr turbulente Zeit. Man muss sich das so vorstellen, dass NEOS als kleine Partei, die noch nie in der Regierung war und gar nicht so viele Menschen hat, die dort arbeiten. Also das überschätzt man vielleicht. Von außen sind dann sehr viele Leute in die Ministerien gegangen, Das heißt, man musste natürlich auch viele aus der Kern, aus den Kernorganisationen in die Ministerien übersiedeln. Die haben dann dort auch gefehlt. Das hat dazu geführt, dass wir sehr viele neue Leute auch reinholen mussten und einfach trotzdem alle miteinander von Tag eins liefern mussten. Also die red ich als jemand, der im Parlamentsklub und Partei arbeitet, reden wir da noch sehr viel einfacher, weil mit einem Blick Richtung Ministerium. Also wenn ich mir anschaue, wie ein Sepp, eine Beate, ein Christoph von Tag eins an Anreisen mussten. Termine machen mussten also. Die haben ihren Kalender binnen vier und zwanzig Stunden vollkommen umkrempeln müssen. Das ist uns natürlich, die so eng daran sind, erspart geblieben. Aber wir haben sozusagen in der zweiten Schicht eine Station davon entrückt, natürlich Ähnliches mitgemacht. Es hat dann viele Monate, eigentlich fast jetzt bis Jahresende gedauert, bis die Organisation, auch mein Bereich, zum Beispiel organisatorisch so aufgestellt war, das Gefühl habe So, jetzt sind wir fertig, jetzt sind wir eigentlich bei dem Stand, den wir vor einem halben Jahr fast drei viertel Jahr haben hätten sollen. Das war jetzt etwas detailliert, schon auf meine Arbeitssituation bezogen und ein bisschen weg von der großen Politik. Aber ich habe das jetzt einmal aus meiner persönlichen beruflichen Position heraus beantwortet. Normalerweise ist es immer so Je älter man wird, desto kürzer kommen einem die Jahre vor. Ich finde, dieses Jahr hat sich speziell sehr lange angefühlt. Also auch jetzt, wenn wir reden über die Koalitionsverhandlungen. Das ist gefühlt schon so vor drei Jahren passiert und gefühlt will man eh bald schon wieder. Geht es dir auch so oder ist es für dich eher schneller vergangen, weil du einfach mittendrin bist in einem Zirkus unter Anführungszeichen? Das hat was Wahres an sich. Also gerade diese, diese diese Abwechslung, die dir das auf die Aufgabengebiete mit sich gebracht haben, haben dazu geführt, dass sich das Jahr vielleicht wirklich tendenziell ein bisschen länger angefühlt hat. Danke für diese Beobachtung, dass das werde ich überprüfen in den nächsten Tagen. Ich glaube, das hat was Wahres an sich. Also ich bin ja doch etwas älter als ihr beide und deswegen kann ich kann ich durchaus bestätigen, das was alte Leute sagen, dass die die Zeit so schnell vergeht, das ist mit zunehmendem Alter ist das ganz logisch so, weil der Rückblick auf ein Jahr im Vergleich zur Gesamtlebenszeit natürlich einen sehr viel kleineren Anteil einnimmt und sehr viel wiederkehrende Dinge im Jahresverlauf einen daran erinnern. Ups, da ist schon wieder viel Zeit vergangen. Während, wenn man sich zurückerinnert als Kind wirken diese Zeiträume wie große Ewigkeiten. Aber, aber ja, dadurch, dass es eben so abwechslungsreich war, auch für mich ist, ist es mir tatsächlich ein bisschen gedehnter vorgekommen. Ja, ich habe es interessant gefunden, wie du erzählst, wie sich deine Jobsituation verändert hat mit dem Eintritt von NEOS in die Regierung. Weil ich glaube, es wäre auch mal interessant zu wissen was bedeutet es für einen Parlamentsklub, wenn die eigene Regierung in ihm in der Regierung ist? Weil ich glaube, diese diese Tätigkeit, was ein Parlamentsklub macht, ist schwierig für Menschen, die nicht in dem Betrieb waren, zu sehen. Also wie, wie, wie ist das unterschiedlich für dich im mit einer Regierungspartei als mit einer Oppositionspartei? Da kann ich also den einen Teil kann ich mit mit First Hand Experience sozusagen belegen. Als Abgeordneter einer kleinen Oppositionspartei, die noch dazu sehr neu war, habe ich extreme Freiräume gehabt in der Art und Weise, wie ich meine Inhalte darstelle. Also wir haben eine natürlich grundlegende Programmatik gehabt und Beschlüsse und Positionierungen in einzelnen Themen. Aber ich hatte damals als Abgeordneter extrem viel Freiraum, weil es nicht mein Start up Papier, mein Medienpolitikpapier, meine Position zu diesem und jenem Thema festzulegen. Und das war dann eigentlich auch für die Partei verbindlich. Das ist heutzutage nicht mehr so in der Regierung natürlich noch viel schwieriger. Als Oppositionspartei kann ein Abgeordneter eine Abgeordnete natürlich aus allen Rohren schießen und alles Mögliche kritisieren und alle möglichen neuen Ideen auch in den politischen Markt hineinbringen. Jetzt ist wenig überraschend als Regierungspartei, so dass das mit der Kritik deutlich zurückgenommen ist, weil aus zwei Gründen erstens mal Ich kann meine ehemaligen politischen Mitbewerber in ihren Positionierungen Schwer kritisieren, wenn es ein gemeinsames Regierungsprogramm gibt und wir eigentlich die gleiche, halbwegs die gleiche Position ausgehandelte Position haben sollten. Da ist aus meiner Sicht natürlich auch nichts verwerflich daran, dass wir jetzt nicht anfangen, die die Regierungspartner in Details zu kritisieren, weil das ist eben das ist eben der der Kompromiss oder der Minimalkonsens oder der Konsens oder Konsens, den man sich halt in dem einen Thema halt ausgehandelt hat. Dann muss man natürlich auch vertreten. Das andere ist, du kannst schwer der Öffentlichkeit gegenüber sagen, da passt irgendwas nicht und und das vehement kritisieren. Wenn du selbst in der Hand hast, etwas anderes zu machen oder vermeintlich in der Hand hättest, was anderes zu machen. Also du kannst kannst du schwer über etwas aufregen, wo man dir dann sagt naja, dann ändere es halt einfach, wenn man halt so einfach ändern ist in der Regel nicht, aber das limitiert Dann und mit einer neuen politischen Position ist es genauso. Also wir können natürlich jetzt als Regierungspartei neue Ideen in den politischen Markt bringen, aber die müssen halt mit dem, was ausgemacht ist, auch irgendwie kompatibel sein. Also ein Stück weit kann man es überziehen. Man kann immer sagen, Pensionsreform zum Beispiel. Bestes Beispiel haben wir ja auch letztes Jahr drüber geredet, werden wir nächstes Jahr wahrscheinlich wieder drüber reden. Man ist ein Stück weit gegangen. Das hat sich aus unserer Sicht etwas verbessert. Es ist für keinen Menschen in diesem Land, der sich ein bisschen mit Politik beschäftigt, ein Geheimnis, dass wir noch sehr viel Kern, sehr viel weiter gehen würden in diesem Thema aber klarerweise nicht können. Nicht dürfen, weil bis dahin ist ausgemacht und nicht weiter. Aber da ist schon ein Bereich, wo wir sagen können natürlich, ihr wisst, seht, das ist okay für uns, aber eigentlich hätten wir noch gerne mehr und in anderen Themen können wir das nicht so leicht sagen. Und dann gibt es Themen, die sind gar nicht im politischen Markt, da kann man sich natürlich positionieren. Das finde ich im Übrigen auch sehr interessant. Nach solchen Themen zu suchen. Weltraum zum Beispiel. Auch eines meiner Themen. Ja, meine ich. Ich kenne keine erkennbare Weltraumstrategie hier in der österreichischen Politik, schon gar keine, die Menschen aus dem Land Richtung Mond oder Mars bringt. Also man könnte, um das jetzt wirklich als ein sehr weit hergeholtes Beispiel zu bringen, aber man kann natürlich trotzdem schon Visionen einbringen. Aber es ist halt anders als vorher. Es ist auch nicht unbedingt weniger Arbeit. Vielleicht. Das ist vielleicht auch sehr interessant. Man hat ja vielleicht immer so ein bisschen das Gefühl von außen. Es gibt hier eine Regierung, da sind die Ministerien, die arbeiten, die kommen mit ihren Gesetzesvorlagen usw bringen das ein. Der Nationalrat ist da und darf brav Hand heben und das durchwinken. Tatsächlich sind aber ganz viele von unseren Abgeordneten und natürlich auch der anderen Parteien in diese Verhandlungen in irgendeiner Form eingebunden. Also die, die also die verhandeln natürlich nicht direkt mit, übernehmen hier nicht die Aufgabe der Regierung, aber da ist natürlich schon sehr viel Arbeit auch in den Klubs zu erledigen bei der Entstehung der der Dinge, die da umgesetzt werden. Also verlagert sich natürlich auch die Arbeit dazu, wenn ich so von Themen im freien Feld rede. Es gibt so Themen, wo du am Anfang des Jahres geglaubt hast, die werden sicher ein Thema und sind dann aber überhaupt nicht aufgepoppt. Oder umgekehrt, wo du nie damit gerechnet hättest. Na ja, ich habe schwer den Vergleich, weil ich nicht so nahe dran war an dem Gesamtkonvolut der Dinge, die in früheren Regierungen verhandelt und beschlossen worden sind. Aber ich weiß, dass doch erstaunlich viel gearbeitet wird und erstaunlich viele Kleinigkeiten auch beschlossen worden sind. So ultimativ überrascht war ich eher nur im negativen Sinn. Als es ums Budget ging. Also wir haben ja lange keine Klarheit gehabt, wie wie viel einzusparen ist und auch nicht unbedingt Klarheit darüber, wie das wie das auch wirklich funktionieren soll. Letztendlich hat es halbwegs gut funktioniert mit einer Kaskade an weiteren bösen Überraschungen sozusagen. Das ist ja der Berg ist ja immer größer geworden und schon langsam weiß man, weiß man, wie es ums Land bestellt ist. Der Vorteil darin ist, dass natürlich alle gezwungen waren, auch zusammenzuarbeiten. Und es es gibt schon sehr viele, sage ich mal, Möglichkeitsfenster window of opportunity im Land, dass man bei einzelnen Bereichen mal gröbere Änderungen vornimmt. Ja, also da helfen auch keine Skandale mit. Was meine ich damit? Fangen wir mal bei den kleinen Skandalen an, Wirtschaftskammer zum Beispiel. Also da das ganze Kammerwesen ist Natürlich, jetzt gibt es. Gibt es eine Chance, dass man Teile davon zumindest hinterfragt? Zumindest das Gebaren, auch das finanzielle Gebaren der letzten Jahre, die die Rolle der Bundesländer. Also ich weiß nicht, wenn einem selbst Schellhorn in einem Interview rausrutscht, dass er gerne nur persönlich drei statt neun Bundesländern hätte oder dass es eine Denkmöglichkeit wahrnimmt, dann gibt es da erstaunlich viel positiven Zuspruch. Ja. Also da geht es ja. Jeder weiß, da geht es nicht darum, dass man die Bundesländer abschafft. Die Geografie wird man nicht ändern. Aber es geht natürlich darum, dass man die politische Größenordnung der Bundesländer vielleicht ins ein und zwanzigste Jahrhundert anpasst, sprich die Landtage auch. Also solche Sachen sind da im Gespräch zumindest. Es gibt in vielen Bereichen also gerade wieder mal die angesprochenen Pensionen, also wirklich Schritte in die richtige Richtung. Aber es klingt viel zu sehr wie ein Politiker jetzt, der das auch mit verkaufen will. bleibt mir auch gar nichts anderes übrig. Also nicht. Nicht, weil ich unbedingt das Schönreden oder verkaufen will, aber meine Aufgabe jetzt bestand eher darin, das herauszulesen, wo ich sehe. Okay, der da hat sich was bewegt. Hätte ich fairerweise natürlich auch bei früheren Regierungen auch machen können. Wenn ich so fair gewesen wäre. Ich schätze mal die zweite große Frage, und zwar was kann man von dir lernen? Und wir haben schon viermal von dir Sachen gelernt im Podcast und deswegen stelle ich die Frage umso was glaubst du, hast du im letzten Jahr gelernt und was nimmst du mit und was hoffst du dieses Jahr zu lernen und ist dabei auch eine Fotografie? Ja, die Aurafotografie habe ich jetzt auf zwanzig sechs und zwanzig verschoben. Ich habe ganz viele Dinge auf zwanzig sechs und zwanzig verschoben, habe tatsächlich auch viel gelernt. Also ich habe, ich habe das kann ich wirklich mit etwas Stolz sagen. Das interessiert zwar außer mir sonst niemanden, aber ich sage es trotzdem hier öffentlich. Ich habe tatsächlich etwas mehr Pragmatismus gelernt, als ich bislang in meinem Leben hatte. Ich war nie ein Perfektionist. Also ich kenne Leute, die richtige Perfektionisten bin. Das bin ich nicht. Ich bin schon so achtzig zwanzig Regel. Also ich mache was, das ist halbwegs gut. Und. Und ich dachte dann nicht ein tausend Jahre herum, bis es perfekt wird, sondern viel schlimmer ich mache die achtzig Prozent, mir taugt es nicht und dann mache ich es gleich gar nicht fertig und arbeite gar nicht mehr weiter. Bei vielen Sachen. Also das ist keine. Das ist keine gute Herangehensweise an viele Projekte. Und ich habe so ein paar Sachen abgeschlossen dieses Jahr, die ich schon lange vor mir herschiebe, zum Beispiel. Also ein Beispiel Ich habe, als ich vor vielen, vielen Jahrhunderten habe ich mal mit so Bands Musik gemacht. Das war in den neunziger Jahren. Man kann es ja sagen. Und wir haben nie etwas aufgenommen. Das war damals auch schwieriger einfach als das heute der Home Recording kann man alles zu Hause machen. Aber wir haben das damals nicht gemacht. Damals wäre das teuer und aufwendig gewesen und wir haben später nicht nachgeholt. Aber irgendwie habe ich dann doch vor ein paar Jahren irgendwie das gestartet, irgendwas einmal auf Tonträger zu bannen und und so habe ich dieses Jahr im Sommer noch rechtzeitig vor meinem Geburtstag meine erste Platte fertiggestellt. Also es gibt eine Vinyl von mir, von meiner Band Föst, also fast so wie die Voestalpine und bin sehr stolz, dass ich diese Platte fertig gebracht habe. Und diese Platte habe ich aber auch nur deswegen fertig gebracht, weil ich eben nicht diese ganzen letzten Kleinigkeiten und Fehler ausgemerzt habe, die ich zu meiner vollen Zufriedenheit eigentlich wegbringen hätte müssen. Und diese Herangehensweise zu sagen, Ich investiere jetzt so und so viel Zeit und wow, das schaut eigentlich eh gut aus und du musst das Design von dem Cover jetzt nicht noch in siebzehn Varianten probieren, die eh alle gleich ausschauen. Für jeden anderen Menschen nur für mich ein bisschen anders. Das war schon. Das war schon gut. Dieses ich schließe das jetzt schnell ab und bleib nicht zu lang hängen, obwohl ich kein Perfektionist bin. Das. Das habe ich dieses Jahr mehr als glaube ich zuvor in meinem Leben dazugelernt. Das Ganze muss ich jetzt nur noch aufs Bücherschreiben übertragen. Das wäre meine Zielvorgabe. Neben der Aurafotografie zwei tausend sechs und zwanzig, dass ich meine beiden Buchprojekte, über die wir letztes Jahr gesprochen haben, zumindest substanziell weiterbringen. Zumindest eines von den beiden. Ich bin eh bescheiden, aber ja, und diese dieses Learning muss ich auf mich selbst anwenden. Das hätte den Pragmatismus angesprochen. Was mir dieses oder vergangenes Jahr zwei tausend fünf und zwanzig aufgefallen ist, dass es wieder sehr viele Leute gibt, die sagen Ich interessiere mich einfach nicht mehr für das, was in der Welt passiert. Ich schaue auf mich. Und das ist gut. Wie? Wie siehst du das? Wo ist die Grenze zwischen Gelassenheit und Gleichgültigkeit? Das ist eine wichtige Grenze und eine schwierige Grenze, weil natürlich, wenn man alles als besonders wichtig für sich persönlich annimmt und dabei auf sich persönlich vergisst, dann vergisst man auf das Wichtigste, also die diese Herangehensweise, dass man schon einmal zuerst primär auf sich selbst schauen sollte, dass es einem oder einer ganz gut geht, dem kann ich schon viel abgewinnen. Also erst wenn man sich um sich selbst ausreichend gut gekümmert hat, kann man sich um andere und um den Planeten kümmern und um die Gesellschaft. Also das ist ja nicht so, das hat schon eine gewisse Rangreihenfolge und Gleichgültigkeit kann ich. Man kann das eher an sich selbst testen, welche Sachen einen noch auf die Palme bringen und wofür man sich engagiert und wofür man Zeit aufwendet, abseits der Dinge, die man tun muss. Was davon tatsächlich auch etwas bewegt und was man dann scheinbar für andere tut, aber trotzdem für sich selbst tut. Also, um es ein bisschen einfacher auszudrücken. Sehr oft sind ja Engagements dienen ja auch nur der eigenen, dem eigenen Wohlbefinden, der eigenen Selbsterhöhung, dem eigenen sozialen Status. Also das ist ja auch wieder so eine Gratwanderung und man glaube für meinen Teil stelle mir, ich stelle mir die Frage vielleicht nicht so explizit. Also manche Sachen arbeiten ja auch nicht ganz verbalisiert unter der Oberfläche in einem. Aber gerade auch in meinen Kernthemen, in denen ich aktivistisch noch immer tätig bin, habe ich eine, habe ich im Moment gerade nicht so die Energie, wie ich sie schon früher mal hatte. Bin ich deswegen viel gelassener? Nicht unbedingt. Und gleichgültig erst recht nicht. Aber ich kenne mich in manchen Themen vielleicht doch besser aus und habe vielleicht mehr Verständnis dafür, wie schnell Dinge zu ändern sind und wie manche Dinge funktionieren. Also vielleicht ist die Energie auch fokussierter. Die Frage nach der Grenze kann ich schwer beantworten, aber es lohnt sich auf jeden Fall drüber nachzudenken. Also ich stell mir das sehr. Ich stelle mir das persönlich sehr unangenehm vor, wenn man allem gegenüber gleichgültig wird und wenn man zugelassen wird auch. Also beides nicht ganz gut. Es ist eine lange Antwort auf die Frage, aber es ist natürlich keine, die man als Blaupause für so ist nehmen kann. Könnte man einen guten Essay drüber schreiben? Kann man das auch für zwei tausend sechs und zwanzig vornehmen? Und dann werde ich es höchstwahrscheinlich nicht machen, sage ich auch nach deiner Zeit in der Politik und also aktiv als Abgeordneter und jetzt auch auch auf der auf der nicht mehr ganz vorderen Bühne und auch als Musiker, was ich total super finde. Nächstes Jahr dann schon sagen können Der Musiker. Glaubst du, dass man auch einfach manchmal ein bisschen Geduld lernt? Dass man dass Dinge nicht so schnell gehen, wie man es gerne hätte und auch Aktivismus manchmal einfach Geduld braucht? Je älter man wird, desto näher ist man am Tod, oder? Ich weiß nicht, ob das unbedingt Geduld förderlich ist. Also tatsächlich, Der Pragmatismus ist ja auch ein Ausdruck der Ungeduld. Ja. Also Dinge abzuschließen, weil man sie, weil man jetzt irgendwann realisiert hat, So, das kann ich jetzt nicht noch einmal drei Jahrzehnte vor mich her schieben, Ich muss das jetzt endlich fertig machen oder ich lasse los. Also das kommt ja eigentlich aus der Ungeduld, natürlich. Ja, man lernt vielleicht beides, die Ungeduld zu kanalisieren in Umsetzungsmotivation und gleichzeitig lernt man aber vielleicht auch, die Ungeduld abzuschütteln und mit einer gewissen Gelassenheit zur Kenntnis zu nehmen, dass man manchen Sachen geduldiger gegenüber sein muss. Also das schon auch. Also gerade wieder mal, also meine. Die Themen, in denen ich mich beschäftige, die kann ich auch ganz gut einordnen. Also gerade das Thema Trennung von Staat und Religion, das ist ja trotz allem Aktivismus. Realpolitisch kann ich da ja nicht arg viel bewegen. Ja, ich kann ein bisschen Aufmerksamkeit auf das Thema lenken, Ich kann ein bisschen aufklären. Ich Ich kann keine parlamentarischen Verfassungsmehrheiten herstellen, um das wirklich zu ändern. Auch mit dem größten Engagement nicht. Tatsächlich überholt mich da in dem Thema ja die Zeit ein bisschen selbst. Also es ist dieses Spannungsfeld ist scheinbar sehr stabil, aber es ist nur stabil. Es ist. Es ist bei weitem nicht so stabil, wie ich selbst noch vor ein paar Jahren geglaubt hätte. Also aus zwei Gründen, die kann ich kurz einmal exemplarisch anführen. Das eine ist die Die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche in Österreich ist das erste Mal unter fünfzig Prozent gefallen im letzten Jahr. So ganz exakte Zahlen gibt es nicht. Aber wir wissen okay, Katholiken sind jetzt im Land in der Minderheit. Also sie sind immer noch die größte Konfession, das Christentum insgesamt in Österreich, was die Mitgliedschaft betrifft, die größte Religion aber doch unter fünfzig Prozent. Das war ja unmittelbar nach dem Weltkrieg noch anders, Da waren wir ja noch bei über neunzig Prozent. Und wenn das in der Rate weitergeht und es spricht nichts dagegen, dass es in der Rate weitergeht, weil die Kirche verliert jedes Jahr rund ein Prozent ihrer Mitglieder und manchmal sogar ein bisschen mehr. Das wird, das wird sehr, sehr wenig werden, weil das eine und damit lösen sich auch viele Dinge ein bisschen von selbst, weil der Anspruch diese, dieser Sonderrechte und ein bisschen weltliche Macht das halt gibt, auch noch auszuüben. Der schwindet natürlich. Also wenn es irgendwann einmal nur ein Drittel Katholiken gibt, dann werden einfach viele Rechte so nicht mehr geltend gemacht werden können. Das andere ist, es gibt ein bisschen einen Backlash, angeblich auch im Christentum. So mit unter Jugendlichen sehe ich noch nicht wirklich kommen. Und dann haben wir das Thema Islam, bei dem man natürlich sieht, da gibt es jetzt auch nach wie vor keine Angst und werde auch keine entwickeln, dass ich Angst habe, dass da irgendwas islamisiert wird. Ja, aber durch doch ein gewisses Wachstum und eine gewisse Vergrößerung der Einflusssphäre über die gleichen Sonderrechte, die andere Kirchen haben, merken viele Leute, dass da gewisse Sachen mit Religion und zwar nicht nur mit der einen, sondern mit Religion an sich nicht passen. Und das schafft auch mehr Verständnis. Also auf der einen Seite nimmt sozusagen das Verständnis dafür ab, warum die noch besonders behandelt werden. Und dann merkt man, die anderen werden jetzt auch besonders behandelt. Und insgesamt glaube ich, entwickeln die Leute mehr Abneigung und Indifferenz. Und das ist schon eine Entwicklung, die letztendlich dazu führen muss, dass das, was ich mir politisch da vorgenommen habe, so ein bisschen als Lebensaufgabe, dass ich dem auch deutlich näher komme durch die äußeren Umstände als durch meinen Aktivismus selbst. Und damit wäre ich wieder bei der Geduld, die ich da entwickelt habe. Ich sehe, es tut sich was. Ja. Egal, wie viel ich nachlege, es wird jetzt nicht viel schneller oder langsamer. Ich liefere sozusagen nur Argumente in den Markt ein. Ich finde das mega spannend, weil mich hat das jetzt eher überrascht, dass die das die katholische Kirche unter fünfzig Prozent gefallen ist. Weil ich glaube, dass es vielleicht eher diese US Sicht auf die Dinge, weil hier schon sehr viel darüber geredet und diskutiert wird, dass gerade dieser, dass es so einen neuen Aufschwung unter Jugendlichen gibt, dass sie jetzt auf einmal Gläubiger sind, mehr in die Kirche gehen, wieder eintreten und halt eher wieder so in diese traditionellen Rollen gehen. Ja, das höre ich auch. Ich beobachte es nur nicht so und die Frage ist, wie dieser Wiedereintritt, wie sehr der Tradition oder im Glauben verankert ist. Da bin ich mir nicht sicher. Wir wissen ja, dass der Anteil der tatsächlich Gläubigen unter den Kirchenmitgliedern ja relativ gering ist. Also wirklich eigentlich sehr gering. Also wir reden da von Größenordnungen. Ich runde eher auf zehn bis zwanzig Prozent. Der Rest ist agnostisch bis nicht gläubig. Die Die Menschen sind aber trotzdem gern Mitglied der Kirche, weil die Kirche halt ein Traditionsprovider ist, angefangen von Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit, Begräbnis usw. Also alle diese diese Dinge werden von der Kirche zur Verfügung gestellt plus natürlich alle diese christlichen Feste, die wir in unserem Markt haben, die eigentlich ja gar nicht so sehr an diese Mitgliedschaft gebunden sind, alle anderen Sachen eigentlich auch nicht so besonders, aber das will man ja eigentlich konsumieren und dann irgendwie Die, die hier und da in die Kirche gehen, ist für viele vielleicht auch ganz schön. Also unter dem Aspekt verstehe ich das ja, dass man, dass man das haben will. Aber das ist eigentlich nur Tradition, Das ist Tradition, die natürlich vom eigenen Glauben gebunden ist, aber eigentlich auch unabhängig davon existieren könnte. Es gibt halt nur keine Alternativangebote. Da gibt es ja so ein schönes Buch vom Tod der Religion für Atheisten. Ich glaube ein Schweizer Autor, der aber im UK irgendwo eine Professur hat. Aber vielleicht ist es völlig falsch, was ich sage. Das glaube ich nur mir gemerkt zu haben. Aber der sagt auch Also das größte Defizit der Ungläubigkeit oder des Atheismus ist einfach, dass es diese Traditionen nicht gibt. Mit der Empfehlung, man möge selbst welche entwickeln. Mittlerweile bin ich ja persönlich der Ansicht, man muss sich diese Traditionen einfach aneignen und auch einfach als als Ungläubiger fortführen. Und wenn Religion als solches Ding weiter besteht, dann ist ist das ja auch gefahrlos. Dann ist ja eigentlich die Religion an sich schon fast säkularisiert und ich kann mir gut vorstellen, dass das bei jungen Menschen auch ein Aspekt ist. also ist was? Die haben wahrscheinlich vielleicht noch mehr spirituelle Motivation. Aber dieses Ich werde ein Teil einer Traditionsbewegung. Das kann ich mir schon vorstellen, dass das das auch eine Rolle spielt. Aber ich kenne keine Untersuchungen dazu. Es gibt einen Podcast mit Jimmy Carter, dem Comedian aus UK, der einmal gesagt hat, kurz bevor seine Mutter gestorben ist, war er, hat er sich erkannt, dass er Atheist ist und wie sie dann gestorben ist. Also ich fände es schön für mich, wenn ich geglaubt hätte können, dass ich jetzt an einem besseren Ort ist. Und das ist natürlich eine Sicherheit, die Religion geben kann oder auch nicht in dem Fall. Ja, absolut. Ja, also das sind halt Funktionen, die sehr schwierig zu ersetzen sind oder bei denen es sehr schwierig ist, Alternativen zu etablieren, weil man ja auch beim Etablieren dieser Alternativen, die neu sind, dass sie nicht aus dem Kopf kriegt, dass es da die Religion gibt, die schon so ein sinnstiftendes Angebot hat. Das ist ja sehr schwierig. Also du, wir, wir, wir starten hier nicht von der gleichen Linie weg. Wir sind ja nicht alle in diese Welt geworfen und überlegen uns dann, wie es ist, sondern wir sind alle in irgendwelche Glaubenssysteme hineingeworfen. Also selbst wenn, wenn man ungläubig aufwächst, glaubt, vermute ich, kann es nicht nachvollziehen, wächst man in einer Gesellschaft auf, bei der sehr viele Glaubenshaltungen einfach da sind, egal ob man gläubig ist oder nicht oder die Familie. Aber man ist halt in einer Gesellschaft, in der sehr viele Vorstellungen tradiert werden und die sind halt einfach da. Und da kann ich nur additiv arbeiten. Ich kann nicht zwei Ideen ins Rennen schicken, bei denen man sich entscheidet. Man kämpft halt immer gegen eine vorhandene Vorstellung an oder ankämpfen konkurriert. Bitte gerne eine Brücke schlagen zu einem anderen Thema, das zwanzig fünf und zwanzig. Bisschen größer geworden ist, glaube ich. Und zwar das Thema jetzt grob gesagt Tiktok, aber vor allem Algorithmen. Diese dass man eingeordnet wird in eine gewisse Bubble, sich nunmehr von dort die Informationen holt und dann dort weitermacht und weiterlebt. Wie siehst du das für die kommenden Jahre aus? Der Medienmensch Sicht und auch aus der generellen. Das gleiche in etwa. Da kann ich nicht wirklich trennen. Also ich bin zunächst einmal auf Tiktok immer nur noch registriert und nutze nicht und bin bin noch in keine Bubble hineingeraten, aus der ich nicht mehr rauskomme. Anerkenne aber dieses Phänomen. Wird sich das ändern? Ich meine, es Wir haben schon, und das ist schon eine spannende Geschichte weltweit erlebt in den letzten ein, zwei Jahren, aber verstärkt in letzter Zeit auch, dass das Thema Social Media jetzt schon sehr kritisch gesehen wird und das sich schon langsam auch eine Meinung du also oder die Gewissheit vielleicht sagen wir sogar so durchsetzt, dass das vielleicht für ganz junge Menschen gar keine gute Idee ist, so viel Zeit damit zu verbringen. Für Ältere natürlich auch nicht. Nur denen kann man schwer schwerer etwas vorschreiben und die befinden sich auch nicht mehr in Entwicklung. Und wenn die Menschen schon viel älter sind, dann, dann lauern irgendwo andere Gefahren da. Aber das Social Media Verbot in Australien ist ja so ein Schritt in diese Richtung. Handyverbot in Schulen ist natürlich auch so ein Schritt, weil die Unterscheidung, also was man dann, ob man am Smartphone da oder da oder dort drinnen hängt, macht dann irgendwie ja fast schon macht, dann macht schon noch einen Unterschied. Aber es ist irgendwie ein ähnliches Suchtverhalten. Das andere formt natürlich nur Meinung mit die was gefährlich sein kann und sehr limitierend ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Plattformen sich da auch ändern. Ich bin da vielleicht. Vielleicht bin ich zu optimistisch. Aber dieses ganze Ökonomisieren von Aufmerksamkeit und vor allem von extremen Einstellungen, extremen Reaktionen, das ist schon etwas, das ja, wo es vielleicht auch Alternativen gibt. Also ich weiß nicht so recht, aber es ändert sich ja immer was. Und wir haben ja auch dieses komische Phänomen, dass ja gerade etwas ältere Menschen. Man glaubt ja immer, man ist im Sweet Spot, wo es einem nicht so wirklich betrifft. Das stimmt natürlich nicht, aber ältere Menschen mit mehr Tagesfreizeit, die vielleicht in Pension sind, wissen wir ja alle miteinander, verbringen ja auch unfassbar viel Zeit vor ihrem Telefon. Das sind dann halt natürlich nicht auf Instagram und Tiktok. Vielleicht sind sie auf Instagram, aber nicht auf Tiktok, sind ganz viel auf Facebook sind ganz viele in blöden Gruppen, sind ganz viel in privaten Netzwerken, schicken ganz viel ihren Content herum und bilden sich ihre eigenen Bubbles. Die sind vielleicht nicht so algorithmisch geprägt, aber die haben natürlich ihre eigenen sozialen Mechanismen, sich ihre eigenen Echochambers zu basteln. Das ist natürlich. Natürlich ist das genauso gefährlich. Die wählen genauso. Deren Meinung formt sich genauso irre. Also das ist nicht kein Phänomen, das auf junge Menschen beschränkt ist und schwer politisch irgendwie irgendwie dem beizukommen und auszuhebeln. Aber ja, wenn man die die Hauptauslast. Also vielleicht überlegen sich auch die Konzerne da irgendetwas und und verdienen trotzdem weiter Geld. Schön wärs zumindest. Aber ich glaube, es wird sich viel tun. Es wird nicht einfach so dahin gehen. Es werden Gesetzgebungen kommen. Ein EU Social Media Verbot bzw Zutrittsalter ist ja alles in Diskussion. Also das wird sich, das wird sich eher verschärfen. Glaubst du das es die nächsten Jahre schwieriger wird oder wie schwierig ist? Wie schwierig ist es jetzt schon Politik zu machen für eine Medienöffentlichkeit, die Social Media fokussiert ist, die immer sehr kurz und sehr schnell ist und sehr pointiert auch im Gegensatz zu einer Medienlandschaft, wie wir sie als klassisch sehen, also Zeitungen, Fernsehen usw Radio. Ja, wir haben ja politisch gesehen ein Gesamtpublikum, das wir versuchen über möglichst einen breiten Kanal Mixer anzusprechen. Das ist ja mein Job eigentlich. Wir haben ein direkt erreichbares Publikum. Also alle, die so Neos auf unseren Kanälen folgen, die können direkt konsumieren, was wir uns denken. Das sind natürlich sehr wenige, eh klar. Dann gibt es ein Publikum, das erreichen wir medial vermittelt über klassische Medien da wieder, nur wiederum nur über einen Ausschnitt dieser, dieser dieser Medienlandschaft und in dem Ausschnitt wieder nur in kleinen Fenstern, also in einzelnen Contenteinheiten. Und dann gibt es eben diese ganze Social Media Welt, die über das, was wir direkt erreichen, hinausgeht. Und da wird es im Moment gerade besonders spannend, weil im Oktober ja Meta und Google die Möglichkeit, Werbung zu schalten, also de facto aufgehoben haben. Also man kann nichts mehr verbuchen. Das klingt erst. Das klingt aufs erste Hinhören einmal super. Ja, toll. Die FPÖ kann jetzt keine Werbung mehr schalten und die Grünen auch nicht. Und die SPÖ auch nicht und wir auch nicht und blablabla. Tatsächlich wird uns damit aber die Möglichkeit genommen, uns unser Publikum außerhalb der eigenen Blase zu kaufen. Also wir haben ja vorher alle Parteien nämlich dafür bezahlt, dass man uns eben außerhalb der eigenen Blase auch wahrnimmt. Ja, das ist ja an sich eigentlich eine gute Sache und keine schlechte Sache, weil irgendwie wollen wir das ja alle. Wir wollen ja im demokratischen Diskurs, dass Menschen Inhalte sehen, die nicht aus ihrer eigenen Blase alleine kommen, sondern sich ihre Meinung bilden. Jetzt ist natürlich das Problem dabei, was ich jetzt so ein bisschen verklärt hingestellt habe, schon, dass das das halt nur Werbebotschaften sind, das sind ja keine. Das fängt ja jetzt nicht jeder an, grüne und pinke Texte zu lesen, vergleichend und zu schauen. Die einen sind so positioniert und die anderen so, sondern man hat sich halt Slogans hin, aber man hat sich immerhin Slogans hin Du weißt wenigstens was die großen Linien sind. So, und das ist jetzt weg. Damit bricht noch keine Welt zusammen, aber es macht es ein bisschen, macht alles schon ein bisschen mehr zur Blase gerade. Und das beschäftigt uns im Moment gerade schon sehr, wie wir zu den Leuten überhaupt hinkommen, Weil klassische Medien wissen wir ja auch, das ist ja, das sagt die eine und die andere Öffentlichkeit und das stimmt ja auch irgendwie. Es gibt einfach ganz viele Menschen, die sehr wenige und uns schon gar nicht besonders diverse Medien konsumieren. Und natürlich, wir zählen alle natürlich ein bisschen dazu. Wir haben auch unser Set an Medien, das mehr oder weniger ausgewogen ist und bei manchen sind da halt null Medien im periodischen relevant Set drinnen und bei manchen sind es halt viele. Aber so wirklich kriegt man so wirklich alle alle Meinungen mit? Noch dazu verstärkt sich das ja in der Blase wahrscheinlich eh mit den gleichen Medien. Also du hast ja dann auch nicht notwendigerweise andere drinnen, sondern die, die über Social Media auch noch reinkommen. Schon schwierig, ja. Also ist es ein mega Problem. Habe keine Lösung dafür. Sehe nur weil wir letztes Jahr auch darüber geredet haben. Sehe nur, dass es dieses Jahr viel schlimmer geworden ist im österreichischen Markt. Es besteht kein Grund zur Hoffnung. Ich weiß gar nicht, ob ich Hoffnung sagen soll. Besteht kein Grund zur Annahme, dass es nächstes Jahr besser wird? Für diese Medienhäuser eher sogar noch schlimmer. Marktbereinigung wird schon irgendwann einmal kommen. Man versucht, politisch noch ein bisschen so todesverlängernde, sterbensverlängernde Maßnahmen zu setzen, dass aber von retten sind wir da weit weg. Also ich, ich weiß auch nicht, wo das endet, Diese Entwicklung. Das ist ja, das endet in einer wirklich großen Ratlosigkeit. Und dann auch da haben wir letztes Jahr schon drüber geredet. Dieses Entstehen von automatisiert erzeugten Inhalten. Das wird ja immer. Es kann ja immer nur mehr und mehr werden. Ja. Lassen wir mal die ganze Infosphäre weg und und gehen wir in die Unterhaltungssphäre. Eine Entwicklung, die dahin geht, dass Netflix, ich sag irgendwas ja in Zukunft ein Service ist, das hundertProzentig maßgeschneidert für unseren Geschmack ist, aber so, dass man sich vielleicht noch sozial drüber austauschen kann. Diese diese Vorstellung ist ja eigentlich hyperreal. Ja. Ich weiß gar nicht so lang, dass es jetzt mittlerweile schon Micro Series gibt, also mit mit neunzig mal zwei Minuten Episoden für den mobilen Bedarf. Also der Konsum wird nicht nur im Inhalt, sondern auch in den Formaten vollkommen maßgeschneidert sein. Und da werden sich selbstverständlich keine Menschen drum kümmern, das zu machen, sondern logischerweise Maschinen. Die Experience wird super sein. Es besteht kein Grund zur Annahme, dass das irgendwie schlechter ist als irgendwas menschlich Gescriptetes. Vor allem für die allermeisten Leute wird es reichen. Also wenn ich sehe, welche Musik die Leute hören, habe ich keine Hoffnung, dass sie intellektuell unterfordert sind bei den Dingen, die die Maschinen sonst noch machen. Also das wird ja. Also wir leben dann ja wirklich in kleinen Ausschnitten und wenn das im Unterhaltungsbereich so geht, gibt es auch wiederum keinen Grund zur Annahme, dass es im Infobereich anders sein sollte. Also das wird auch in der Informationssphäre wird das ähnlich ablaufen. Keine Ahnung, wo das endet. Aber glaubst du nicht, dass es diese Generation von Information ja durchaus KI gesteuert sein kann, wenn Informationen zusammengetragen wird? Aber das. Also ich sehe es an mir selber. Ich brauche oft bei Themen eine Einordnung, eine Erklärung. Was heißt das jetzt? Dass das dass das vielleicht eher in die Richtung geht, dass die Einordnung dann wichtiger wird und die. Und dann ist immer problematisch bei der Einordnung, weil man natürlich gern eingeordnet wird von Leuten, die eine Meinung haben, die einem vielleicht näher ist. Das stimmt. Aber auch das wird automatisiert geschehen. Im Moment hast du vielleicht noch die Menschen, denen du vertraust, oder die Medien, denen du vertraust, wo du sagst okay, ich weiß nicht. Wenn der Economist das für mich einordnet, dann denke ich mir, das wird ungefähr passen, weil der ist ideologisch auf meiner Linie. Und wenn es nicht passt, dann hat der Economist vielleicht einen guten Grund, warum es anders einordnet, als ich mir das vielleicht denke. Und dann hinterfrage ich vielleicht auch mich selbst. Ja, gut, wir sind mit solchen Medien aufgewachsen und mit Medien meine ich jetzt Personen, die in den Medien arbeiten, die Medienhäuser und Medientitel selbst. Also alles zusammen. Personen sind ja auch Medien. Da kommen ja sehr viele neue Angebote, die oder sehr viele neue Medien, Konsumentinnen und Konsumenten, die gar nicht mehr mit vertrauten Angeboten aufwachsen. Wir sind ja in so einer Generation, die noch beides kennt. Wir kennen ja noch die alte Welt, wir kennen ja noch unsere Leitartikler, unsere großen Medienhäuser. Und wir wissen auch noch ungefähr, wie es ohne oder mit weniger Social Media war. Aber ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das für junge Menschen ist, wie wie die das zueinander in Beziehung setzen. Also auch da, auch da. Ich glaube, das ist alles. Da spielt sich extrem viel einfach völlig unobjektiv im Kopf ab in einer emotionalen Einordnung. Das ist so wie Musik. Ich bin ein schwerer Spotify User, Also ich bin ein großer Fan. Der Teil ist einfach, wo ich dreimal am Tag verschiedene Teile habe mit lauter Zeug, das ich nicht kenne und ganz viel von von dieser Musik ist einfach künstlich generierte Musik. Das, da bin ich mir sicher, ohne dass ich es jemals besonders nachrecherchiert habe. Aber da merkst du auf einmal auf Spotify gibt es Artists, die haben keine Biografie mehr oder nur eine ganz vage Biografie, keine, keine Fotos mehr, keine Namen, sondern nur das ist ein Duo aus Frankreich. Das analogen Synthesizer aus den Achtzigern macht eine stattliche Anzahl an Listen, hat super Musik gemacht, aber du kennst die Band eigentlich nicht. Sie tut auch nicht weh. Und dann kannst du schon denken Super, das ist ein künstliches Ding, einfach. Und davon wird es mehr und mehr geben. Die Musik ist toll. Du, Du verbindest sie als Musikhörer nicht mit irgendeinem Ereignis in deinem Leben. Kannst du ja auch nicht. Du warst nie auf einem Konzert. Du hast nie in einer besonderen Situation, mit der du emotional verbunden bist, gehört und und und. Ja, also das fehlt Ja. Und ich. Ich glaube, dass das eben auch im Informationsbereich auch ein bisschen ähnlich ist ja, dass du diese diese emotionale Verknüpfung vielleicht noch zu dem, was du, was du kennst, zu diesen Marken hast. Aber zu den neuen nicht mehr. Und wir deswegen auch ein vielleicht ein besseres Organ dafür haben, das zu entscheiden. Als jemand, der damit aufwächst und bei dem es eigentlich wurscht ist, wo es herkommt. Also ich überdramatisiere jetzt und ich will. Jüngeren Generationen nicht die Fähigkeit zur Unterscheidung absprechen. Gar nicht. Aber ich muss. Ich muss ja das Beispiel ein bisschen radikalisieren, damit man weiß, was ich meine. Und ich glaube, diese wir wir unterschätzen vielleicht, wie emotional wir den Quellen gegenüber eingestellt sind, völlig ohne es zu wissen. Das wäre auch ein tolles Essay. Vielleicht schreibe ich das nächstes Jahr. Die Liste an Dingen, die die wir dann zwei tausend sieben und zwanzig besprechen, was du gemacht hast, davon würde schon mal länger? Ja, aber wenn wir gerade so in die Zukunft blicken, stelle ich dir jetzt mal die letzte große Frage. Und zwar Reise in das Jahr zwei tausend ein und dreißig, also in fünf Jahren. Wenn du zwei tausend ein und dreißig zurückblickst, was ist im besten Fall in den letzten fünf Jahren passiert Und was müsste zwei tausend sechs und zwanzig passieren, damit du am Ende des Jahres sagst Das war besser als erwartet? So, jetzt bin ich ganz kitschig und fange bei den großen Dingen an, ja, kein Krieg in Europa, kein Krieg am Rand von Europa, sprich im Nahen Osten, Israel, Gaza etc. gelöste Situationen, die stabil sind. Das ist etwas, was ich mir tatsächlich wünsche, weil beide Situationen und eindeutig Russland noch viel schwerwiegender echte Bedrohungen sind. Das wollen wir, glaube ich, will das nicht wahrhaben. Viele Leute wollen das nicht wahrhaben, aber das ist eine Gefahr, die man nicht kleinreden kann. Einfach, da kann alles mögliche, kann wirklich alles Mögliche passieren. Also dass Putin irgendwo im hohen Alter austickt und irgendwelche Knöpfe drückt. Just for fun. Nichts ist auszuschließen. Also da würde ich mir schon wünschen, in zwei tausend ein und dreißig, dass man zurückschauen kann und sagen Puh, zum Glück kann man das irgendwie noch abgebogen eigentlich. Jetzt bin ich schon bei den Existential Threat. Und nach der Reihe durch. Ja, das zweite große Ding ist natürlich eh. Also ich bin schon eher einer, der zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit dem gibt, dass sich diese Dinge verselbstständigen in einer Art und Weise, die ganz schlimm für uns ist. Im Medienbereich sehen wir sowieso, das haben wir ja jetzt auch gerade erörtert, dass es die Informationslandschaft ist, einfach nicht wird, nicht mehr so wie früher. Das kriegt man auch praktisch nicht mehr in den Griff. Diese Werkzeuge sind schon mal im Markt, die kann man nicht mehr bremsen. Und das kann sie natürlich. Das kann sie natürlich in alle möglichen Richtungen dramatisieren. Also ohne jetzt die Litanei der Beispiele aufzuzählen, was alles schrecklich werden kann. Aber es beginnt natürlich bei Viren, die die mediale gebaut werden. Jede Krankheit, die du heilen kannst, kannst sozusagen auch als als Krankheit in die Welt setzen. Also da können schlimme Sachen passieren. Wird man das in den nächsten fünf Jahren in den Griff kriegen? Ich glaube kaum, dass man zwei tausend ein und dreißig sagen kann Das ist aber toll, dass wir das in den Griff gekriegt haben. Aber das wäre natürlich super. Ja, und wenn man all das erledigt hat, kann man sich um Klimawandel und Pensionsreform kümmern. Das sind dann wirklich Kleinkram. Themen daneben. Also das sind so, das sind so paar paar epochale Dinge, bei denen ich mir wünschen würde, dass sie vorbeigehen. Und wenn jetzt über die gesprochen haben zu haben, ich glaube, das kann man so gar nicht formulieren, weiß ich gar nicht, ob es noch irgendwelche Sachen gibt, die erwähnenswert sind. Ganz ehrlich also. Ja, da weiß ich gar nicht. Und was muss zwei tausend sechs und zwanzig passieren, damit du sagst, es war nicht so schlecht? Ja, dann beginne ich auf den mit den unwichtigen Dingen. Auf der persönlichen Ebene vielleicht. Ich habe. Durch die verhältnismässigen Turbulenzen dieses Jahres hat sich mein berufliches Aufgabengebiet auch ein bisschen quantitativ erweitert. In einer Art und Weise, dass ich eigentlich dieses Jahr keinen einzigen gescheiten Urlaub machen konnte. Zum Beispiel. Also nicht, dass ich nicht ein paar Urlaubstage verbraucht habe, aber ich war. Ich war sozusagen zwei Tage am Meer und das war in in Lettland. Das muss ich nächstes Jahr nachholen. Also ich bin einer, der tendenziell immer nur stressige Reisen macht zu irgendwelchen Konferenzen oder Konzerten im Ausland. Und das ist etwas, das ich unterbringen muss. Und sonst? Aus persönlicher Sicht erfolgreich, wenn ich von der langen Liste, die ich hier schon wiedergegeben habe, dir mitgetippt habt, um sie mir nächstes Jahr vorzuhalten. Hoffentlich möchte ich das eine oder andere abhaken. Also ja. Also Richtung Publikation. Wenn ich mit der Mitte mit dem gleichen Eifer wie heuer meine Platte, sozusagen mein Buch abschließe, das wäre natürlich großartig Und eine Musiktourantur. Nicht so bös, dann tue es. Du wirst lachen. Es gibt am erste März im Viper Room Werbung. An dieser Stelle spielen wir mit unserem Liveprojekt, das heißt Bullets by Fest, weil es eine Fusion aus zwei alten Bands ist. Bullet versus Body und Faust spielen wir im Viper Room. Vorband von Kirlian Camera. Da kann man mich tatsächlich live sehen auf der Bühne. Das ist ja natürlich spannend auf der Bühne. Ja, also eine Tour wird es nicht. Es ist eine One Stop Tour, aber das wird es geben. Ja. Magst du vielleicht noch etwas optimistischeres Einblick geben in was? So alles letztes Jahr auch abgeschlossen. Das ist alles nicht so schlimm. Es wird schon werden. Das schaffen wir schon. Passt irgendwie. So auch einen guten Abschluss für dieses Jahr, wo wir mit Freude drauf dann zurückblicken und sagen Siehste, hat recht gehabt, Alles nicht so schlimm, alles nicht so schlimm. Puh, meinst du so globalpolitisch und so? Ich glaube, ich bin da. Ich sags ja immer ich bin ja eher Optimist. Ja. Außer natürlich, dass uns alle töten wird. Aber abgesehen davon bin ich bei vielen Sachen extrem optimistisch. Die Welt wird nicht nur schlechter. Also ich glaube, dass viel von von dem, was politisch jetzt sehr, sehr viel turbulent oder sehr turbulent geworden ist. Ich sehe so ein bisschen einen Silberstreif am Horizont, was dieses ganze Erstarken von Rechtspopulismus betrifft in allen möglichen Ländern und Kontinenten. Also ich kann kann mir gut vorstellen, dass es da auch ein bisschen zu einer, zu einem Abschwächen und einer kleinen Trendumkehr kommt. Kann das nicht an wirklich vielen Ereignissen festmachen. Ist mehr so eine gefühlte Sache, dass der Glaube ja glaube ich auch ein Peak überschritten ist. Wird das schnell gehen? Glaube ich nicht, aber da tippe ich auch auf die Geduld. Und ansonsten bin eigentlich guter Dinge, dass im Moment sehe ich nicht gerade, dass es in vielen Bereichen irgendwo wirklich schlimmer sein sollte. Man muss auf der Hut sein, aber. Aber generell glaube ich, dass jetzt eine, sagen wir mal so, ich glaube, es ist eine gute Zeit im Moment, gerade politisch. Aber es geht ja letztendlich um Politik. Ein paar Dinge wieder gerade zu rücken und herzurichten und besser zu machen für die Zukunft. Ich glaube, es ist eine bessere Ausgangssituation als noch vor einem Jahr dieses Jahr. Und Happy Note Stoppen wir jetzt noch irgendwelche anderen apokalyptischen Zukunftsszenarien auf uns zukommen? Aber schon mal vorweg vielen, vielen Dank. Ein Start ins neue Jahr. Du hast jetzt schon sehr viel gesagt, aber gibt es denn noch Famous last words, die du den Hörerinnen und Hörern noch mitgeben möchtest? An dieser Stelle kann ich schwer nein sagen. Ist auch ein Wort, das du mit. Nein, ich behaupte jetzt einfach mal, dass zwanzig sechs und zwanzig ein gutes Jahr wird für alle. Es wird für alle ein bisschen besser werden, für manche sehr viel besser, für manche nur wenig besser, aber für niemanden schlechter. Damit habe ich sicher recht. Eine letzte Sache gibt es ja noch. Und zwar wir sind ja Anfang des Jahres Und was man bekanntlich und da haben wir letztes Jahr auch gesprochen am Anfang des Jahres braucht, ist ein Kalender und ich finde, da könnte es auch noch über ein Kalenderprojekt von dir sprechen und vielleicht empfehlen, weil dann hat man zwölf Monate noch vor sich mit dem Kalender. Das das. Das freut mich, dass du das jetzt ansprichst, weil zufälligerweise habe ich ja wirklich mich mit dem Thema Kalender beschäftigt. Das erste Mal bei euch vor einem Jahr. Ich kann mich noch erinnern, da war. Da haben wir sehr mit sehr komplexen, also sehr komplex haben wir umschrieben, was eigentlich ein Kalender ist. Also da war von irgendeinem Planer die Rede, die ein Visionboard, ein Visionboard, genauso ein Visionboard, wo man Dinge eintragen kann, sprich ein Kalender. Und ja, ich habe ja tatsächlich ich kann. Ich kann ihn zwar in die Kamera halten, aber das nützt natürlich nicht viel. Aber ich habe mir selbst zum Geburtstag einen kleinen Kalender geschenkt, bei dem Männer vor Kirchen stehen. Und diese Kirchen größtenteils abdecken, dadurch, dass sie davorstehen. Sie schauen auch ein bisschen aus wie Priester und sind vielleicht auch so angezogen. Und dieser Kalender heißt Kalendarium. Wir nennen sie und es gibt eine Website dazu, die heißt Kalendarium. Wir nennen sie dort com und dort kann man diesen Kalender bestellen. Und dieser Kalender hat fünfzehn Blätter, zwölf Blätter für jeden Monat des Jahres zwei tausend sechs und zwanzig. Und dann gibt es noch gratis dazu die ersten drei Monate zwei tausend sieben und zwanzig. Ja, das ist ein fantastisches Ding. Anfang des Jahres wird es wahrscheinlich zu einem reduzierten Preis erhältlich sein, weil der Jänner ja schon ein Stück weit abgelaufen sein wird. Also ich finde es eine großartige Idee, falls man sich über zwei tausend sechs und zwanzig noch Gedanken macht, was man wem schenken sollte, ist ein Kalender. Super. Ich habe ihn schon gesehen, finde ihn sehr großartig. Wir werden es verlinken. Mir bleibt nur zu sagen Danke, Danke. Wieder mal in so einen Einblick in dein Leben, in deine Gedanken. Wir haben schon wieder viele Themen abgehandelt, Hätten schon wieder Ideen für viele neue Podcasts mit dir. Ausgezeichnet. Alle anderen Podcasts mit dir gibt es auch. Zum Beispiel einen mit dem Sepp Schellhorn, der Staatssekretär ist. Zusammen werden wir verlinken und die findet man alle auf allen gängigen Podcastplattformen und unter www. Mit Milch und Zucker. Eat. Großartig! Ich bedanke mich auch noch einmal herzlich für die Einladung und ich muss sagen, es war wie immer extrem inspirierend. Ich habe zwei, drei Projektideen mitgenommen aus diesem Gespräch und dafür bin ich noch einmal extra dankbar. Zusätzlich zu dem Dank, dass ich wieder mit euch sprechen durfte. Es war wie immer eine große Freude. Ich freue mich auf das. Auf das nächste Jahr. Dankeschön. Danke. Danke. Wir uns auch.

Über diesen Podcast

Wir alle kennen Menschen die uns auf die eine oder andere Art beeindrucken. Menschen die eine Geschichte haben die erzählt werden muss. Manchmal ist sie lustig, manchmal traurig oder tragisch. Oft erkennen wir uns in anderen Geschichten wieder oder können etwas daraus lernen. Meistens aber bringen sie uns zum Nachdenken.

Wir wollen Menschen Raum geben, von sich zu erzählen und ihre Geschichte zu teilen.

Und alles beginnt bei Kaffee und Kuchen und mit der Frage:

Mit Milch und Zucker?

von und mit Christiane Hurnaus, Brenda Annerl

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