mit Milch und Zucker

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Mit Milch und Zucker - Der Podcast bei dem wir mit Menschen Kaffee trinken, damit ihr sie kennenlernen könnt.

Micha - Kann man Musikverständnis lernen?

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Welche Fähigkeiten muss man fürs Trommeln bzw. Musik machen mitbringen?
(07:40) Wenn ich jedes Mal wenn ich spiele hinterher noch drei Bier und drei Schnaps dann stehe ich es nicht durch.
(08:13) Man erlebt als Publikum nur die Spitze des Eisberges nicht was alles hinter einem Konzert steckt.
(08:43) Es wirkt oft glamouröser als es insgesamt ist.
(09:51) Es hat mich genervt vom Musikbusiness so abhängig zu sein.
(12:11) Schlagzeug ist eigentlich noch ein sehr junges Instrument.
(12:28) Auf dem Schlagzeug kann man auch Trommeln.
(14:48) Ich hatte auch kurz eine Blockflöte.
(16:08) Ich habe meine kleine Trommel immer mehr erweitert mit irgendwelchen Wäschetrommeln und Keksdosen.
(20:47) Wenn man von klein auf mit Musik aufwächst hat man automatisch ein musikalisches Verständnis.
(22:18) Jemand der Stepptänzer ist kann vielleicht schneller die Hand-Fuß Koordination für Schlagzeug spielen lernen.
(24:24) Früher habe ich gespielt und dachte ich übe, später habe ich gelernt üben bedeutet man beschäftigt sich mit etwas was man noch nicht kann.
(26:16) Jeder professionelle Schlagzeuger, der als Freelancer arbeitet, der spielt am Anfang alle Musikrichtungen, weil selbst bei einem Schlagergig kann jemand sein der wieder jemanden anderen kennt der ein wichtiger Kontakt ist.
(26:51) Bei Metal arbeitet man viel mit Doublebase drumming, also mit den Füssen, das ist dann eher Sport.
(32:36) Unter Musikern weiß man, dass Schlagzeug und Bass das Grundgerüst sind.
(34:50) Ich finde es eigentlich sehr interessant was genau einen berührt wenn man Musik hört.
(35:18) Es geht darum etwas zu transportieren und die Leute auf einem Level zu berühren was gar nichts mit Theorie zu tun hat.
(36:19) Wenn man auf der Bühne mit jemanden steht den man nicht ausstehen kann, dann funkts musikalisch auch nicht wo wie es könnte.
(39:50) Ich versuche meinen Schlagzeugschülern mitzugeben, dass Musik machen mit anderen das Ziel sein sollte.
(48:13) Bei mir spielen Schlagzeugschüler auf meinem Schlagzeug, egal was da gerade steht.
(48:52) Man kann so ab 350/400 Euro schon ein okayes Schlagzeug bekommen.
(49:53) Wenn Becken kacke klingen kann man auch nichts mehr daran ändern.
(51:55) Mittlerweile versuche ich wenn ich auf Urlaub fahre 10 Tage gar nicht ans Schlagzeug spielen zu denken.
(53:13) Lachen würde ich nur bei richtig schlechter Musik, Schlager oder so.
(1:01:03) Ich hoffe, dass ich weiter wie jetzt viele Konzerte spielen kann.
(1:07:09) Ich habe viele Schüler die sagen ich konnte nicht so gut üben weil sie durften nicht so laut spielen.
(1:08:47) Geht alle viel auf Konzerte und ermöglicht Kindern Schlagzeug zu spielen.

Sommerspecial: Musik bei mit Milch und Zucker 2021/2022

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Diese Woche kommen unsere GästInnen zum Thema Musik aus dem letzten Jahr nochmal zu Wort.

Lisa
(00:46) Musik war tatsächlich immer an erster Stelle.
(01:03) Meine Eltern haben mich in meinen Träumen immer voll unterstützt.
(03:43) Das auf der Bühne stehen wollen habe ich natürlich schon, aber tatsächlich ausschließlich im musikalischen.
(04:11) Es ist natürlich, dass was man das was man geschaffen hat, präsentieren will und auch sich selbst als Schaffende.
(04:26) Am wohlsten fühl ich mich singender Weise.
(04:27) Es hat sehr lange gedauert, bis ich gefunden habe, dass es mehr als eine Sache gibt, die einen erfüllt und Spaß macht.
Marco Pogo
(04:57) Wenn ich mal mit irgendwas anfang, dann hör ich nicht auf.
(07:18) Ich bin schon rational denkend aber auch fürchterlich unorganisiert.
(07:31) Vom kreativen Prozess ist Buchschreiben wie Musik machen. Ein Kapitel ist ein Song.
(09:12) Man muss mit Konventionen brechen.
(09:47) Ich habe schon immer das Herz auf der Zunge gehabt.
(11:36) Je skeptischer die Blicke sind, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass meine Idee eine super Idee ist.
(13:02) Story of my life ist: das chronische Unterschätzen meiner Person. Mit dem kokettier und spiel ich aber auch.
(13:39) Ich habe mit Musik angefangen und meine Kommunikation aufzubauen, indem ich überhaupt keine Tabus kannte. Das darf man nicht verlieren oder sich nehmen lassen.
(14:02) Ich fahre einen Spagat zwischen was darf ich sagen, was kann ich sagen, was sollte ich nicht sagen und was sollte ich sagen.
Roman
(15:54) Wenn man seinem Gefühl folgt, hat es mehr Wirkung als man glaubt.
(16:08) Am besten ist es, wenn die Texte einfach da sind und ich denke mir "Woher kommt der Gedanke?"
(16:41) Passts auf was mit mir redet, vielleicht wird's ein Lied.
(17:15) Wenn man Deutsch singt und einen Pop Song hat, und ich sing da einen deutschen Text drauf, klingt es extrem schnell nach Schlager, sobald ich einen englischen Text drauf sing, klingts nach Welthit.
(18:10) Zukunft ohne Musik ist einfach beschissen.
Marcus Wiebusch
(19:35) Ich kenne es, den Druck zu haben, dass man auch enttäuscht.
(19:52) In letzter Konsequenz muss ich nur meinem eigenen Kompass folgen und das machen, woran ich glaube.
(20:16) Ich denke da an meine eigenen Maßstäbe und das ist vielleicht das, was ich vom Punk gelernt habe.
(20:29) Viele Künstler haben das Herz am rechten Fleck und haben die richtige Einstellung nur das in schlaue, tolle Texte oder Songs zu gießen, ist manchmal ganz schön schwer.
(20:49) Man muss sich schon sehr, sehr anstrengen, um politisch relevante Texte zu machen die einen emotionalisieren, die einen mitnehmen, die einen aufrütteln vielleicht sogar und das kann man nicht von jedem Künstler erwarten.
(21:57) Wir sind nicht so ernst wie man uns zuschreibt.
(22:00) Bis eine Zeile auf Papier kommt habe ich sie im Kopf schon zu sehr durchdacht dass ich dann lustig darüber überrascht bin.
(22:45) Ich wundere mich ja selber, dass so ein Song wie "Der Tag wird kommen" nicht schon vorher geschrieben wurde.
(23:03) Geil, das hat noch keiner gesungen, jetzt bin ich dran.
(23:05) Ich bin schon sehr stark auf der Suche nach Texten, die noch niemand geschrieben hat.
(23:47) Man muss locker bleiben und sich weiter mit guten Ideen umgeben.
(25:11) Die Kultur sollte man wertschätzen, als wenn sie bald wieder weg wäre.
Sascha
(25:55) Wir haben uns nie Regeln überlegt oder selbst auferlegt.
(27:07) Die Konzerte mit „Vielleicht“ zu beginnen, ist ein Gänsehautmoment, weil es so viel aussagt.
(27:36) Im allerbesten Fall entsteht aus einer Freundschaft eine Band.
(30:05) Wir haben viel gefeiert, aber wir brauchten nicht wirklich einen Anlass dazu.
(31:37) Es war uns immer bewußt und auch wichtig, daß wir so gut wie möglich spielen müssen.
(31:56) Wir sind mit dem Widerstand gegen Atommüll groß geworden und da fordern wir dann keine Gage.
(33:13) Wertekompass, ja unbedingt.
(39:41) Man sollte sich generell Zeit nehmen Kultur zu geniessen.

Sommerspecial: Medien bei mit Milch und Zucker 2021/2022

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Ein Zusammenschnitt unserer GästInnen aus dem Bereich Medien im vergangenen Jahr

Martina:
(01:18) Ich hab das Zusammenspiel zwischen den „Zuagroasten“ und den „Hiesigen“ so spannend gefunden und hab mir dann aus Beobachtungen eine Geschichte zusammengesponnen.
(02:59) Du darfst alles, außer langweilen.
(04:15) Sonst landet man dann drei Stunden später in einem Onlineshop und kauft Schuhe.

Sophie:
(04:35) Es wird von uns allen erwartet, dass wir jetzt funktionieren, aber eigentlich sind wir eingeschränkt in unserem normalen Leben und das rückt auf die Stimmung.
(05:50) Man kann mir sehr viel sagen, aber beim Impfen bin ich rigoros und da lass ich auch keine komischen Meinungen zu.
(07:56) Mir ist es lieber, ich hab 200 Follower weniger und die sind weg, aber ich hab gesagt was ich sagen will, als ich schweige zu dem Thema.

Thomas:
(09:35) Ich packe mir gerade alles zusammen für meine Reise in die Ukraine.
(11:53) Es gibt Gruppen auf Facebook und Telegram, auf denen sich Journalisten vernetzt haben.
(14:47) Das kommt alles in einen großen Rucksack und dann stellt man fest, es ist viel zu viel.

Magdalena:
(17:40) Es gibt keinen Kompromiss, wenn es um Menschenrechte geht.
(19:12) Oft reicht es schon, wenn man die Geschichte erzählt. Da muss man nicht mehr viel wertend dazu bringen.
(20:13) Das ist so wahnsinnig übergriffig. Ich geh doch auch nicht zu den Leuten ins Büro und schau ob die ihre Arbeit richtig machen.

Sommerspecial: Friends bei mit Milch und Zucker 2021/2022

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Diese Woche kommen unsere GästInnen zum Thema Freundschaft aus dem letzten Jahr nochmal zu Wort.

Margit & Andreas - I'll be there for you (17. Januar 2022)

(00:47) 20 Jahre ist das jetzt her. Nicht zu fassen.
(03:06) Das Vertraute hat sich bis heute fortgetragen.
(04:13) Ich bin ihr auch dankbar, wenn sie mir offen ins G‘sicht sagt „Was machst denn für an Scheiß?“
(04:50) Jedesmal wenn ich den Andreas sehe, lerne ich etwas.
(05:44) Wir brauchen keine einzige Sekunde darüber nachzudenken ob wir die richtigen Worte finde, weil wir eine gemeinsame Sprache haben.
(07:42) Er kommt dann und hört erstmal zu und sagt gar nichts.
(08:15) Jetzt wein ich gleich.
(10:33) Eines der Grundbedürfnisse eines jenen Menschen ist, so gesehen zu werden, wie man ist.
(11:43) Wir sind emotional verbundene Spontanfreunde.
(12:20) Die Aktivitäts verbundenen Freunde sind wir über die Clownerie.
(14:44) Unsere Freundschaft darf präsent Platz haben und darf auch einmal längere Pausen machen.
(15:42) Wenn wir jetzt nicht miteinander Clownerie machen würden, würden wir uns wahrscheinlich weniger sehen.

Niko & Sepp - Geschichten aus der letzten Reihe (25. Oktober 2021)

(15:58) Es ist wie bei den Busreisen, die Coolen sitzen in der letzten Reihe.
(16:31) Die Sitzzuordnung im Nationalrat hat mich zum Niko gebracht und wir wurden beste Freunde.
(17:09) Wir haben uns gut verstanden und uns auch wahnsinnig gut anschweigen können und das braucht man auch in einer Freundschaft.
(27:19) Schade, dass es im Parlament nicht wie im Handball ist, da wird mein ein- und ausgewechselt wie es notwendig ist.
(28:14) Ich finde die Idee des wieder einwechseln ins Parlament super.
(28:36) Es würde vielen Abgeordneten gut tun wenn die da draußen in der echten Welt, in echten Unternehmen etwas machen würden weil die Vorstellungen darüber wie das Leben funktioniert von machen schon sehr unrealistisch sind.
(29:05) Ich hab mir gedacht ich hab die Gelassenheit von Dir gelernt.

Sommerspecial: Kunst & Kultur bei mit Milch und Zucker 2021/2022

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Diese Woche kommen unsere GästInnen zum Thema Kunst & Kultur aus dem letzten Jahr nochmal zu Wort:
Camilla

(04:30) Seitdem ich Dokumentationen und Filme schneide bin ich eine viel bessere Regisseurin geworden.

(06:31) Die Leute die sagen: Ich möchte das einfach so ungedingt und die dranbleiben, dass sind die die dann auch die großen Jobs bekommen.

Lily

(10:43) Das möchte ich die nächsten 40 Jahre machen, ich will einfach ich sein.

(12:14) Kunst kommt sicher nicht von Können sonder von Passion.

(12:46) Ich möchte immer jemand sein der sich weiterentwickelt.

Max

(14:07) Ich habe meine meiste Inspiration durch Musik.

(14:45) Für mich ist Video machen immer so ein Übersetzen der Gefühle die ich beim Song hören habe in Bilder für andere.

(18:25) Mit dem 30igsten Geburtstag hab ich gedacht ich muss anfangen alles ein bisschen zu fokussieren.

(19:34) Ich versuche die Welt des Videos an einer Schnittstelle mit der Welt des Theaters zusammenkommt.

Sören

(23:07) Kunst begegnet uns an allen Ecken und Enden, beim Zahnarzt, in der Zeitung und auf Instagram.

(23:47) Dann war die Frage: Warum ist es einfacher sein Auto zu verkaufen als sein Kunstwerk.

(26:18) Wir wollen bezahlbare Kunst auf den Markt bringen, dass Leute überlegen ob sie zu Ikea fahren und ein Poster kaufen, ob sie ein paar Euro mehr ausgeben und dafür ein Kunstwerk von einer lebenden KünsterIn kaufen.

Brenda & Christiane - Was ich dir noch erzählen wollte (Juli)

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(01:32) Alles, was wir jemals miteinander geredet haben, ist aufgenommen. (Christiane)
(05:35) Der Hinflug war einfach die Hölle. (Christiane)
(10:05) Ist es jetzt echt ein Thema, dass wir Menschen, die vor einem Krieg flüchten, mit der Handysignatur quälen? (Brenda)
(12:15) Ich habs jetzt mal kennengelernt, als nicht Staatsangehörige wohin zu kommen und zu sagen: Hey, hier bin ich jetzt, was machma? (Christiane)
(13:44) Long story short, ich habe jetzt eine Arbeitserlaubnis. (Christiane)
(13:59) Es bricht niemanden ein Zacken aus der Krone zu anderen Menschen zumindest höflich zu sein. (Brenda)
(14:59) Ich glaub, wir würden uns auf der Welt besser tun, wenn wir alle nett zueinander wären. Oder zumindest höflich. (Brenda)
(19:22) Happy Birthday Viktor. Mögen die gemeinsamen Kaffees immer so gut schmecken. (Christiane + Brenda)
(20:28) Du kannst auf Deiner Liege liegen und aufs Meer schauen und basta. (Brenda)
(21:49) Besseren Urlaub gibts nicht als in Italien am Strand liegen und nichts zu tun, zwischendurch essen zu gehen und dann weiter nichts tun. (Christiane)
(22:28) Wenn ich mir aussuchen könnte, 1 Woche Strandurlaub in Jesolo oder 2 Wochen Urlaub auf Bali, würde ich mit Handkuss die Woche in Jesolo nehmen. (Christiane)
(25:37) Sehr viel Kuhcontent im Buch mag ich auch sehr gerne. (Christiane)
(26:11) 1 Babyelefant Abstand zu Kühen find ich wichtig. (Brenda)
(29:08) Ich bin immer noch in meiner Hazel-Brugger-Obsession gefangen. (Christiane)
(31:14) Ich habe eine andere Podcastobsession wie du, ich hab sie mit dem Alles muss raus Podcast von Thilo Mischke. (Brenda)
(32:59) Man muss sagen, dass Abtreibung in Österreich nicht legal, sondern nur straffrei ist. (Christiane)
(34:26) Nicht weiter als bis zur Nasenspitze gedacht und wenn die Nasenspitze die eines alten weißen Mannes ist, dann ist auch eine bestimmte Welt, in der wir leben. (Christiane)
(35:14) Die Freiheiten, wie sie jetzt sind müssen so bleiben wie sie sind, weil es geht viel zu schnell, dass man sie uns Frauen wegnimmt. (Brenda)
(37:00) Es macht mich wütend, welche Menschen sich in die Abtreibungsdebatte einmischen und plötzlich eine Meinung haben, die einfach keine Meinung zu haben haben. (Brenda)
(37:40) Es gibt viele Männer, die im Zwiegespräch sagen, natürlich stehe ich hinter euch, bin Feminist, das glaube ich euch allen, aber dann machts halt auch was. (Christiane)
(37:54) Jetzt, wo uns Frauen die Rechte weggenommen werden, brauchen wir Alliierte. (Brenda)
(44:49) Ich find auch nicht, dass man zum Hochzeitstag auch noch was schenken muss, eigentlich. (Christiane)

Doro - Veränderungen und Notwendigkeiten auf den griechischen Inseln

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Triggerwarnung: Schilderung von Pushbacks, Gewalt, sexualisierter Gewalt

(04:05) Wir kommen jetzt einmal zwei tage zur Ruhe, denn das haben wir bitter notwendig.
(06:14) Samstags werden die Portionen nach Personen abgewogen.
(08:45) Sie haben positive Asylbeschiede aber warten monatelang auf ID Karten und Passports. Das ist zermürbend.
(09:40) Das System ist krank und kaputt. Das kann man schon so ansprechen.
(11:43) Es glaubt niemand mehr an diese Versprechungen.
(12:37) Natürlich stellen sie dann einen neuen Asylantrag.
(14:13) Die Leute kommen, weil sie keine andere Möglichkeit haben.
(15:05) Die Leute werden von Textilunternehmen ausgebeutet und wie Sklaven behandelt.
(15:23) Die Leute glauben, dass es in Europa ein Menschenrecht gibt.
(16:53) Die meisten probieren es fünf, sechs Mal, weil sie keine andere Wahl haben.
(18:20) Europa weiß schon, dass das ein Terrorregime ist, aber es ist ihnen wurscht.
(19:31) Man kann sagen: „Ok, ich mach die Augen zu und es interessiert mich nicht was dort los ist“ oder man sagt: „Das ist jetzt die Herausforderung an die Welt.“
(20:35) Stell dir vor, am Attersee geht ein Boot unter und von 20 Leuten werden nur 2 gefunden.
(21:42) Es wäre alles da, der Wille fehlt.
(22:27) Es muss jeder für sich sagen, wie weit wollen wir hier gehen. Welche Grausigkeiten wollen wir akzeptieren und was ist inakzeptabel?
(23:36) Wenn die Coast Guard oder die Polizei mitbekommt, dass ein Boot ankommt, dann wird die Schattenpolizei ausgeschickt, oder nennen wirs beim Namen, ein Schlägertrupp.
(26:15) Diese zynisch genannten Rettungsinseln, muss man sich wie große Plastikkörbe vorstellen.
(27:34) Es ist eine kollektive Schuld, die wir da auf uns laden. Wir können nicht mehr sagen „Das haben wir nicht gewusst.“
(28:31) Wenn 12 Polizisten sagen, sie haben nicht gewusst was „Asyl“ auf Englisch heißt, dann kann sich jeder sein eigenes Bild davon machen.
(29:55) Es ist wahnsinnig dringend für mich darüber zu sprechen.
(30:08) Wir dürfen das nicht dulden.
(31:35) Was versteht der Innenminister unter robusterem Vorgehen?
(37:07) Es gibt keinen Diskurs und es wird alles so hingenommen.
(40:01) Ich finds nicht mehr gut, wenn die Zivilgesellschaft alles macht.
(42:23) Wir helfen nicht, damit sie ewig in dem Dorf bleiben, sondern damit sie ein eigenständiges Leben führen können.
(44:02) Geld haben wir genug.
(47:11) Es soll sich niemand persönlich angegriffen fühlen, außer er macht wieder das Kreuzerl bei der ÖVP.
(50:42) Die meisten haben schon ein, zwei Pushbacks hinter sich, aber sie wissen nicht, was sie sonst tun sollen.
(54:16) Dass so viele Menschen auf der Flucht traumatisiert werden ist die Schuld der europäischen Asylpolitik.

Michi - Kann man lernen um Hilfe zu bitten?

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(06:03) Man muss im Leben nicht immer wissen, wo man hinwill, um das richtige Ziel zu finden.
(07:10) Ich war mit viel mehr Energie dabei, auch wenn ich noch nicht wusste, was daraus wird.
(08:01) Für mich war es bereichernd unterschiedliches Knowhow aus verschiedenen Welten zu haben und verknüpfen zu können.
(09:03) Man kann lernen um Hilfe zu bitten, spannender ist aber die Frage wie kann es gelingen.
(11:15) In der Therapie geht es auch darum in der Biografie zu arbeiten.
(12:45) Der erste Schritt ist ein Kennenlernen.
(13:44) Das Wichtigste für die Klientinnen und Klienten ist es zu schauen, ob ich mit diesem Therapeuten oder dieser Therapeutin mit meinen intimsten Dingen arbeiten kann.
(18:17) Aus Patientinnen und Patienten wurden Klientinnen und Klienten.
(19:20) Es gibt Menschen, die sind krank und dadurch im Alltag unterschiedlich eingeschränkt und es gibt Menschen, die Psychotherapie zur Weiterentwicklung oder zur Entscheidungshilfe nutzen.
(20:01) Menschen kommen erst dann, wenn die subjektive Not schon sehr groß ist.
(21:21) Es gibt wenig Bewusstsein dafür, welche Faktoren unsere Zufriedenheit beeinflussen.
(21:58) Es braucht viel Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsschaffung.
(22:20) Alle gehen davon aus, dass es funktioniert und wenn es dann nicht funktioniert, sind alle überrascht.
(25:27) Wir eröffnen jede Runde mit: „Wie geht es dir denn gerade mit deiner Mutter?“ – das tun wir natürlich nicht.
(25:47) Es ist mehr als ein Beruf, es ist eher eine Haltung.
(29:52) Der eine wäre vielleicht dankbar für den kleinen Stoß, der andere wäre total empört darüber.
(31:22) Prozesse lassen sich in den seltensten Fällen beschleunigen.
(33:02) Nach dem 2. Weltkrieg wäre Therapie in Europa so wichtig gewesen und ist auch heute noch nicht so verfügbar, wie sie erforderlich wäre.
(36:22) In erster Linie ist es wichtig sich jemanden zu suchen, bei dem man das Gefühl hat, gut aufgehoben zu sein.
(37:50) Humor hat eine therapeutische Funktion.
(39:30) Ich habe die eigene Erfahrung gemacht wie lohnend es ist mit sich und seinem Leben auseinanderzusetzen.
(40:35) Ich hab mich vor kurzem am Radl am Weg in die Praxis ertappt wie sehr ich mich freue da jetzt hinzufahren. Früher war das nicht immer so.

Valerie - The Lucky Few

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Triggerwarnung: In dieser Folge wird das Thema Abtreibung besprochen.

(03:56) Zwischenmenschliche Beziehungen, die mir was bedeuten, machen mir am meisten Freude.
(05:24) Der beste Kaffee ist tatsächlich jeder erste Kaffee des Tages, wenn die Nacht überstanden ist.
(07:05) Wie wir erfahren haben, dass der Emil das Downsyndrom hat, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht zu verstehen, was das bedeutet und die einzige wirkliche Hilfe dabei war Instagram.
(07:40) Mir war das ein Anliegen, das hinauszutragen in der Hoffnung, dass sich die Leute dann ein bisschen weniger anscheißen.
(09:16) Allein das Wording dieser Testseiten ist so heftig, dass wir es mit uns nicht vereinbaren konnten.
(09:34) Gewickelt wird, was rauskommt.
(10:09) Unerwarteterweise ist auch für mich eine Welt zusammengebrochen, worüber ich mich im Nachhinein wahnsinnig ärgere.
(10:56) Ich kann nachvollziehen, dass man diese Fragen hat, es kommt aber darauf an, wie man mit der Antwort umgeht.
(12:56) Es war schmerzhaft, dass das für uns bedeutet, dass unsere Elternschaft potenziell komplizierter wird, aber wir haben es geschafft, uns trotzdem zu freuen.
(14:25) Ich hab mich davor schon gefragt, wie andere Frauen das als „schönste Zeit ihres Lebens“ bezeichnen können.
(15:46) Er ist auf die Welt gekommen und hatte keine Ahnung wie viele Gedanken man sich um ihn gemacht hat.
(18:15) Es waren fast nur positive oder neutrale Reaktionen, auch wenn immer ein bisschen Mitleid dabei war.
(18:35) Das sind lauter so Sätze, die gut gemeint sind, aber wenn man sie zerstückelt und schaut, was eigentlich damit gemeint ist, ziemlich org sind.
(19:05) Das Downsyndrom ist keine Krankheit, das ist eine Neurodivergenz oder eine Behinderung.
(19:26) Der Emil wird von allen das Herzwärmerchen genannt.
(21:33) Ein leukämisches Syndrom nach der Geburt ist nicht untypisch für Babys mit Downsyndrom.
(21:52) Er hat sich nach 6 Wochen von dem leukämischen Schub erholt und das ist viel aufregender, als wann er gehen wird können, ob er Bruttoinlandsprodukt buchstabieren kann oder ob er mal Auto fahren wird.
(25:53) Wir leben in einer Gesellschaft, wo man das gerne wegzaubern möchte.
(27:39) Sobald du erfährst, dass dein Kind nicht der Norm entsprechen wird, rattern in dir alle unbewussten und blinden Flecken, ob du das jetzt möchtest oder nicht.
(29:09) Wir bieten dem Emil in unserem Rahmen alles, was wir können.
(31:12) Mich strengt Muttersein wahnsinnig an.
(32:55) Wenn mir jemand sagt, dass er noch nie gern sein Kind abgegeben hätte, dann schwanke ich zwischen Unglauben und Neid.
(42:53) Ich wusste, dass man das machen kann, weil meine Mama mir ein großes Vorbild war.
(47:02) Es war arg zu sehen, dass Ärztinnen und Ärzte in ihren 40ern oder 50ern am Emil noch was lernen.
(49:05) Es gibt keinen Grund, vorm Downsyndrom Angst zu haben.
(50:58) Das Allerwichtigste ist, dass der Emil lieb ist zu anderen.
(56:13) Es gibt einiges, vor dem man Angst haben muss, aber das Downsyndrom ist es nicht.
(58:57) Die erste Anlaufstelle sind immer andere Eltern.
(1:01:00) Man wird sehr schön aufgenommen in die Familie der Menschen mit Downsyndrom.
(1:03:05) Die Liebe zu deinem Kind ist derartig groß, dass du Bäume versetzen kannst.
(1:05:00) Ich ermutige alle: Es geht schon.
(1:07:01) Ich würde mich irre freuen, wenn man mich öfter darauf anspricht, ob mein Kind Trisomie 21 hat.

Sascha - Wie funktioniert es eigentlich beruflich Musik zu machen?

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(04:34) Wir haben uns nie Regeln überlegt oder selbst auferlegt.
(07:13) Dann waren wir halt so: Nie wieder Major, alles scheiße!
(08:00) Die Konzerte mit „Vielleicht“ zu beginnen, ist ein Gänsehautmoment, weil es so viel aussagt.
(09:56) Der hat uns auch Musiktheorie beigebracht, was beim Komponieren natürlich wahnsinnig hilfreich ist.
(11:26) Unser fünftes Album hätte nicht besser werden können.
(11:43) Im allerbesten Fall entsteht aus einer Freundschaft eine Band.
(14:42) Wir sind kein typisches Produkt der Musikindustrie.
(16:05) Wir haben früh gelernt, auch „Nein“ zu sagen.
(16:52) Seit es Tokio Hotel gibt, verdient die Plattenfirma an allem mit.
(18:03) Vieles passiert und funktioniert mittlerweile einfach.
(19:15) Streamingzahlen sind nicht so wichtig wie Verkaufszahlen.
(20:30) Wir haben im ersten Jahr 120 Konzerte gespielt, teilweise drei oder vier an einem Wochenende.
(21:30) Dann haben wir das Video zum ersten Mal auf MTV gesehen, so war das damals vor 17 Jahren.
(21:49) Wir haben viel gefeiert, aber wir brauchten nicht wirklich einen Anlass dazu.
(24:23) Promotouren machen wir auch gar nicht mehr, weil uns die Radios eh nicht spielen.
(25:32) Ich hab auch schon mit Menschen geredet, die mir gesagt haben: „Ey, du warst voll das Arschloch.“
(30:05) Seit 17 Jahren steigen unsere Verkaufszahlen für die Liveauftritte.
(32:51) Wir haben noch nie einer Plattenfirma Geld gebracht oder durch Alben Verkäufe Geld verdient.
(36:35) Bei wirtschaftlichen Veranstaltungen verkaufen wir uns nicht unterm Wert.
(38:15) Wir sind mit dem Widerstand gegen Atommüll groß geworden und da fordern wir dann keine Gage.
(44:05) Wenn wir auf Tour sind, sind wir auf Tour und alles andere stört.
(48:35) Die beste Kritik ist die, aus der man etwa ziehen kann.
(01:00:56) Der Refrain ging erst anders, bis unsere Mutter dann meinte: „Ganz schön oft ‚perfekt‘, willst du nicht lieber ‚Perfektion‘ singen?“
(01:05:10) Es gibt Songs, die sind einfach nicht mehr aktuell, weil sich die Welt verändert hat.
(01:05:04) Es wird bei uns keinen Soundcheck geben, wo wir dann noch einmal üben.
(01:08:40) Dieses Denglisch geht mir total auf die Nerven.
(01:13:03) Ich finds live immer gut, wenn es nicht genauso klingt wie auf Platte.
(01:17:04) Es ist ja mittlerweile schon viel verlangt, sich drei Minuten lang ein Lied anzuhören.
(01:23:55) Meine famous last words sind: Seid lieb.

Über diesen Podcast

Wir alle kennen Menschen die uns auf die eine oder andere Art beeindrucken. Menschen die eine Geschichte haben die erzählt werden muss. Manchmal ist sie lustig, manchmal traurig oder tragisch. Oft erkennen wir uns in anderen Geschichten wieder oder können etwas daraus lernen. Meistens aber bringen sie uns zum Nachdenken.

Wir wollen Menschen Raum geben, von sich zu erzählen und ihre Geschichte zu teilen.

Und alles beginnt bei Kaffee und Kuchen und mit der Frage:

Mit Milch und Zucker?

von und mit Christiane Koerner, Brenda Annerl

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