Martina und Mario Payer vom Simon Hof - Wie kann man Landwirtschaft ökologisch weiterdenken?
Mehr zum Simon Hof findest du unter karinta.at. Das Interview von Karin Stöttinger, Female Chefs, und Martina kannst du hier nachlesen. Unsere Folge mit Karin "Female Chefs - Bühne frei für Frauen in der Kulinarik" gibt es hier zu hören und wie immer überall, wo es Podcasts gibt.
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(10:01) Meine Eltern haben zwar die Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben, allerdings wirklich in erster Linie erhaltend. (10:37) Wir haben gesagt, wir wollen den Simonhof übernehmen, wenn wir auch etwas verändern dürfen. (10:43) Wir wollten Lebensmittel produzieren. (11:23) Ganz am Anfang haben wir die Streuobstwiese revitalisiert. (13:34) Reich wird man sicher nicht mit einer Landwirtschaft. (13:47) Es ist einfach schön, ein Produkt zu erschaffen. (14:33) Wir hatten die Möglichkeit, mit einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu starten, als Quereinsteiger. (18:00) Es sind so viele Dinge, die man beachten muss, damit man am Ende ein gutes Produkt bekommt, deswegen war schnell klar, dass wir uns eine Nische suchen wollen. (19:27) Wir sind schnell auf die Idee gekommen, den klimafitten Baum der Edelkastanie in Kärnten anzubauen, und sind die Ersten, die eine Edelkastanienplantage in Kärnten errichtet haben. (20:08) Die Edelkastanienplantage haben wir von Anfang an so errichtet, dass dazwischen viel Biodiversität Platz hat. (22:36) Wir haben uns überlegt, eine Blutegelfarm zu machen, aber die Betreuung ist nicht einfach, wenn man nur am Wochenende vor Ort ist. (23:32) Wir haben aktiv Flächen gesucht, die wir aktiv betreiben wollen, und die anderen Flächen eben, die wir aktiv sein lassen. (23:40) Als Landwirt ist es gar nicht so einfach, dass man die Natur aktiv sein lässt. (24:00) Weil wir eben immer ganz gerne Risotto gegessen haben und die Ersten in Österreich im Trockenreisanbau-Verfahren Reis angebaut haben, da haben wir uns gedacht: Okay, das probieren wir einfach auch einmal. (24:26) Wir haben dann tatsächlich auf 3000 m² Risottoreis angebaut. (25:00) Der hohe Wasserbedarf beim Reisanbau ist in Zeiten von Klimawandel nicht ideal. (25:21) Durch eine Dokumentation sind wir dann auf den Tauernroggen gekommen. (30:02) Wir sind Biopioniere am Simonhof. (30:49) Man muss als Landwirt wirtschaftlich bleiben, sonst geht der Hof verloren. (31:40) Es ist uns gelungen, den ersten geschliffenen Roggen in Österreich zu produzieren. (32:13) Wenn wir auf einem Hektar Tauernroggen anbauen, dann erwirtschaften wir eineinhalb, vielleicht zwei Tonnen, im besten Fall. (32:25) Eine moderne Hybridsorte erwirtschaftet das Vier- bis Fünffache im Vergleich. (32:33) Wir haben mit Bauern geredet, die haben gesagt: Bevor ich das mit so einem Ertrag ernte, fahr ich mit dem Schlägler drüber, das heißt, der vernichtet die Ernte. (32:43) Uns war immer wichtig, dass nicht der Ertrag im Vordergrund steht, sondern eine naturnahe Anbauweise. (35:43) Mein Zugang ist schon immer gewesen: Ich sehe nicht die Probleme, sondern ich sehe Lösungen. (36:01) Wenn man lösungsorientiert arbeitet, ist die Frustration einfach viel geringer. (36:56) Als wir im ersten Jahr die Edelkastanie angebaut haben, sind wir jedes Wochenende hin, um mit der Hand zu gießen und jeden Baum anzuschauen, ob er gesund ist oder ob er vielleicht einen Anstrich braucht. (37:33) Wir haben auch erkannt, dass es für die Baumgesundheit natürliche Wege gibt. (41:58) Uns interessiert es auch, Dinge wissenschaftlich zu betrachten. (44:18) Ein bisschen Glück braucht man auch. (45:31) Wenn man dann zwei Anrufe vom Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann bekommt, der sagt, er kennt den Tauernroggen nicht, aber er schmeckt wunderbar, dann freut man sich richtig. (46:59) Die Wahrnehmung von Frauen in der Landwirtschaft ist immer noch ein schwieriges Thema. (50:14) Die Landwirtschaft ist das, was uns besonders viel Spaß macht, weil wir da gemeinsam ein Projekt entwickeln können. (51:17) Es gibt nichts Schöneres, als auf dem eigenen Grund und Boden zu stehen und dort mit den Händen einfach wirklich arbeiten zu können. (52:27) Wenn man von Baum zu Baum fahren muss, fahren die Männer mit dem Traktor und die Frauen gießen. (54:00) Wir machen zum Beispiel aus unserem Tauernroggen auch einen Tauernroggenflammeri. (54:26) Wir haben uns darauf fokussiert, dass wir naturnah produzieren, und da haben wir uns auf drei Produkte fokussiert: den Tauernroggen, die Ackerbohne und die Edelkastanie, ein Zukunftsprojekt. (01:04:36) Wenn man ein Herzensprojekt hat, dann einfach gut recherchieren und ins Tun kommen.
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